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Martin Frech

Vor 28 Jah­ren: Micro­soft soll zer­schla­gen wer­den

Am 18. Mai 1998 reich­ten das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um (un­ter Prä­si­dent Bill Clin­ton) und meh­re­re US-Ein­zel­staa­ten ei­ne Kar­tell­kla­ge ge­gen Micro­soft ein mit dem Ziel, das Un­ter­neh­men zu zer­schla­gen. Es ging da­rum, dass die Fir­ma den Markt für Web­brow­ser un­ter Win­dows il­le­gal mo­no­po­li­siert ha­be. Micro­soft hat­te da­für ge­sorgt, dass der In­ter­net Ex­plor­er nicht de­in­stal­liert und bei­spiels­wei­se durch Net­scapes Nav­i­ga­tor er­setzt wer­den konn­te. Der Streit be­gann al­ler­dings schon fünf Jah­re frü­her, als das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um erst­mals we­gen Micro­softs Ge­schäfts­prak­ti­ken er­mit­tel­te.

Farbbild (DSLR-Scan vom Agfa-RSX-200-Farbdia): Werbeaufsteller der Tageszeitung Berliner Morgenpost auf der Boxhagener Straße in Berlin (Friedrichshain) mit der Schlagzeile ›Bill Gates will die Telekom kaufen‹. Im Hintergrund an einer Hauswand das Firmenschild von ›Martin Frech | X-on Design‹.
Bill Gates war 1999 noch der CEO von Micro­soft und die ›Deut­sche Te­le­kom‹ seit No­vem­ber 1996 ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft. (Fo­to: Mar­tin Frech, 5/1999)
Farbbild (DSLR-Scan vom Agfa-RSX-200-Farbdia): Werbeaufsteller der Tageszeitung Berliner Morgenpost auf der Boxhagener Straße in Berlin (Friedrichshain) mit der Schlagzeile ›Bill Gates will die Telekom kaufen‹. Im Hintergrund an einer Hauswand das Firmenschild von ›Martin Frech | X-on Design‹.

Am 7. Ju­ni 2000 ur­teil­te der Rich­ter Tho­mas Pen­field Jack­son tat­säch­lich, dass Micro­soft in zwei Un­ter­neh­men (je für das Be­triebs­sys­tem und die An­wen­dungs­pro­gram­me) auf­ge­teilt wer­den müs­se. Micro­soft war na­tür­lich da­ge­gen und hat­te mit der Be­ru­fung Er­folg. Ge­hol­fen hat da­bei si­cher­lich, dass der Re­pu­bli­ka­ner George W. Bush in­zwi­schen den De­mo­kra­ten Clin­ton als Prä­si­dent ab­ge­löst hat­te; 2001 wur­de dann auch of­fi­zi­ell be­kan­nt­ge­ge­ben, dass das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um kein In­te­res­se mehr an ei­ner Zer­schla­gung von Micro­soft ha­be.

Martin Frech

All­tag im An­th­ro­po­zän II

Farbbild (born-digital): Vorbeifahrt an der Agip-Tankstelle im Tübinger Teilort Unterjesingen (Jesinger Hauptstraße 18; B 296) am Ortsausgang Richtung Pfäffingen. Durchs Autofenster fotografiert.
Vor fünf Jah­ren bin ich an der Agip-Tank­stel­le im Tü­bin­ger Teil­ort Un­ter­je­sin­gen vor­bei­ge­fah­ren.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 5/2021)
Farbbild (born-digital): Vorbeifahrt an der Agip-Tankstelle im Tübinger Teilort Unterjesingen (Jesinger Hauptstraße 18; B 296) am Ortsausgang Richtung Pfäffingen. Durchs Autofenster fotografiert.
Wer als auf­merk­sa­me Be­ob­ach­te­rin an der Tank­stel­le steht, weiss, dass Fort­schritt, Mo­bi­li­tät und Frei­heit nur um den Preis von Ein­sam­keit, Ge­walt und Zer­stö­rung von Res­sour­cen zu ha­ben sind.
Chris­ti­ne Löt­scher, 2020

Wei­ter­le­sen:
Löt­scher, Chris­ti­ne: »⁠Auf­tan­ken, ab­fa­ckeln⁠«. 25.04.2020. In: Re­pu­blik. On­line: ⁠ ⁠republik.ch/2020/04/25/auftanken-abfackeln [2026-05-13]

Martin Frech

Fer­nan­do Birri in Ober­hau­sen, 1987

Fer­nan­do Birri (1925–2017) wur­de auf den 33. West­deut­schen Kurz­film­ta­gen in Ober­hau­sen 1987 mit ei­ner Re­tro­spek­ti­ve ge­ehrt. In der Luise-Albertz-Hal­le, wo da­mals auch das Fes­ti­val statt­fand, wur­de aus die­sem An­lass ei­ne Aus­wahl sei­ner Ar­bei­ten auf Pa­pier aus­ge­stel­lt (Ma­le­rei, Zeich­nung­en, Dru­cke). Ich war da­mals als Jour­na­list bei den Kurz­film­ta­gen ak­kre­di­tiert und ha­be den Pres­se­rund­gang fo­to­gra­fisch be­glei­tet.

Farbbild (Scan vom Ektachrome-Dia): Fernando Birri vor einem seiner Bilder in der Luise-Albertz-Halle (Oberhausen) während den 33. Westdeutschen Kurzfilmtagen.
Fer­nan­do Birri beim Pres­se­rund­gang vor ei­nem sei­ner Wer­ke.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 5/1987)
Farbbild (Scan vom Ektachrome-Dia): Fernando Birri vor einem seiner Bilder in der Luise-Albertz-Halle (Oberhausen) während den 33. Westdeutschen Kurzfilmtagen.
Farbbild (Scan vom Ektachrome-Dia): Fernando Birri vor einem seiner Bilder in der Luise-Albertz-Halle (Oberhausen) während den 33. Westdeutschen Kurzfilmtagen.
Fer­nan­do Birri beim Pres­se­rund­gang vor ei­nem sei­ner Wer­ke.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 5/1987)
Farbbild (Scan vom Ektachrome-Dia): Fernando Birri vor einem seiner Bilder in der Luise-Albertz-Halle (Oberhausen) während den 33. Westdeutschen Kurzfilmtagen.

Wei­ter­le­sen:

  • Bil­der von Fer­nan­do Birri. Falt­blatt zur Aus­stel­lung in der Luise-Albertz-Hal­le (05.–10.05.1987) mit ei­nem Verz. d. aus­gest. Bil­der. Ober­hau­sen: Westdt. Kurz­film­ta­ge, 1987
  • Fer­nan­do Birri ; Ma­te­ri­alien und Do­ku­men­te. Zu­sam­men­ge­stellt von Pe­ter Kür­ner un­ter Mit­arb. von Beate Sonn­tag. Ober­hau­sen: Westdt. Kurz­film­ta­ge, 1987
  • Schu­mann, Pe­ter: Va­ter des neu­en la­tein­ame­ri­ka­ni­schen Films ; Zum Tod von Fer­nan­do Birri. On­line: ⁠ ⁠deutschlandfunk.de/zum-tod-von-fernando-birri-vater-des-neuen-100.html
Martin Frech

Früh­ling (Stil­leben, 1939)

Schwarzweißbild (Scan vom Glasnegativ): Ein Strauß Tulpen in einer Glasvase auf dem Sims eines offenen Fensters.
Tul­pen am of­fen­en Fens­ter.
(Fo­to: Carl Nä­her???/StadtA Rt.??? S 105/4 FB 3, Nr. 13584, 1939)
Schwarzweißbild (Scan vom Glasnegativ): Ein Strauß Tulpen in einer Glasvase auf dem Sims eines offenen Fensters.
Farbbild (born-digital): Eine behandschuhte Hand hält ein Glasnegativ des Fotografen Carl Näher aus Reutlingen über einer Leuchtplatte. Das Negativ zeigt einen Strauß Tulpen in einer Glasvase auf dem Sims eines offenen Fensters.
Carl Nä­her hat das Tul­pen­ar­ran­ge­ment auf ei­ner Glas­plat­te (10 × 15 cm) fest­ge­hal­ten.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 4/2026)
Farbbild (born-digital): Eine behandschuhte Hand hält ein Glasnegativ des Fotografen Carl Näher aus Reutlingen über einer Leuchtplatte. Das Negativ zeigt einen Strauß Tulpen in einer Glasvase auf dem Sims eines offenen Fensters.
Martin Frech

75 Jah­re Deut­sche Ge­sell­schaft für Pho­to­gra­phie

Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Pho­to­gra­phie (DGPh) be­steht seit 75 Jah­ren: Sie wur­de am 18. April 1951 in Köln ge­grün­det.

Die­ses Ju­bi­lä­um soll in die­sem Jahr mit ver­schie­de­nen Ak­ti­vi­tä­ten ge­wür­digt wer­den. Den An­fang mach­te der Auf­ruf an alle In­te­res­sier­ten, am 18. April 2026 ein Fo­to an­zu­fer­ti­gen und die­ses noch bis zum 30. April auf der Web­site ⁠ ⁠wecelebratephotography.com ein­zu­rei­chen; die Bil­der wer­den ab Mai dort zu se­hen sein.

Ich ha­be mich für ei­nen Aus­blick ins Grü­ne ent­schie­den:

Farbbild (born-digital): Blick aus der Windschutzscheibe eines Autos auf einen Feldweg; links ist eine grüne Wiese, rechts ein Hang mit Büschen. Die Bäume sind teilweise noch kahl.
Tü­bin­gen, 18. April 2026, vor­mit­tags (Fo­to: Mar­tin Frech, 4/2026)
Farbbild (born-digital): Blick aus der Windschutzscheibe eines Autos auf einen Feldweg; links ist eine grüne Wiese, rechts ein Hang mit Büschen. Die Bäume sind teilweise noch kahl.

Per­so­nell war die DGPh eng mit der Fo­to­in­dus­trie und der Photo­kina ver­bun­den: Der Jour­na­list, Fo­to­fach­mann und -samm­ler Leo Fritz Gru­ber (1908–2005) kon­zi­pier­te En­de der 1940er-Jah­re mit Bru­no Uhl (1895–1990), Vor­stands­mit­glied bei der Agfa, ei­ne Fo­to­in­dus­trie­mes­se in Köln, die ne­ben der Fo­to­tech­nik in be­glei­ten­den Bil­der­schau­en auch Fo­to­gra­fien zei­gen soll­te.

Ein Vor­läu­fer fand 1950 statt, ab 1951 hieß die Mes­se dann in­ter­na­ti­o­na­le »⁠Pho­to- und Ki­no-Aus­stel­lung⁠« (Photo­kina). Er­öff­nung war am 20. April 1951, zwei Ta­ge nach Grün­dung der DGPh, die Gru­ber eben­falls ini­ti­iert hat­te und de­ren Ge­schäfts­füh­rer er wur­de. Gru­ber lei­te­te die Bil­der­schau­en bis 1980.

Schwarzweißbild (Scan vom Negativ): Blick in eine Messehalle der ersten Photokina 1951 auf die Stände von Turaphot und Aka.
Blick in ei­ne Mes­se­hal­le der ers­ten Photo­kina 1951.
Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 1743/21
Schwarzweißbild (Scan vom Negativ): Blick in eine Messehalle der ersten Photokina 1951 auf die Stände von Turaphot und Aka.

Wei­ter­le­sen:
Über die DGPh: ⁠ ⁠dgph.de/dgph
His­to­rie [der DGPh]: ⁠ ⁠dgph.de/dgph/historie

Martin Frech

Ton­scher­ben, fo­to­gra­fiert

Drei un­ter­schied­lich gro­ße Ton­scher­ben mit ein­ge­ritz­ten Ver­zie­run­gen; Bind­fä­den be­fes­ti­gen die Scher­ben auf ei­nem Kar­ton (ein Maß­stab fehlt). Mög­lich­er­weise han­delt es sich um ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on ar­chäo­lo­gi­scher Fun­de. Die Ar­te­fak­te sind mit har­tem Licht schräg be­leuch­tet, wo­durch zwar ein Schlag­schat­ten auf dem Un­ter­grund ent­steht, die Ober­flä­chen­struk­tu­ren je­doch gut zu er­ken­nen sind. Die größ­te Scher­be trägt ei­ne Be­schrif­tung mit dem Wort »⁠Hes­sel­berg⁠«, der rest­li­che Text lässt sich nicht ent­zif­fern.

Schwarzweißbild: Digitale Reproduktion eines Glasnegativs, das einen auf Karton montierte Tonscherben zeigt; ca. 1905 (Bildautor unbekannt, Repro: Martin Frech).
Ton­scher­ben, ca. 1905
Bild­autor un­be­kannt; Re­pro: Mar­tin Frech, 1/2026
Schwarzweißbild: Digitale Reproduktion eines Glasnegativs, das einen auf Karton montierte Tonscherben zeigt; ca. 1905 (Bildautor unbekannt, Repro: Martin Frech).

Der Hes­sel­berg ist ein lang­ge­streck­ter Ein­zel­berg in Mit­tel­fran­ken, nörd­lich des Nörd­lin­ger Rie­ses, und liegt rund 50 km nord­öst­lich von Ell­wan­gen. Ar­chäo­lo­gi­sche Fun­de be­le­gen die Be­sie­de­lung des Ber­ges seit der Vor­zeit.

Der Hes­sel­berg be­fin­det sich im Ak­ti­ons­ra­di­us des Fo­to­gra­fen. In­so­fern könn­te er die Ar­te­fak­te für ei­nen Hei­mat­ver­ein oder für ei­nen pri­va­ten Samm­ler auf­ge­nom­men ha­ben.

Zeit­split­ter – Fo­to­gra­fi­sche Er­in­ne­run­gen auf Glas
Fo­to­aus­stel­lung in der Brecht­bau­ga­le­rie
Wil­helm­stra­ße 50, 72074 Tü­bin­gen
6. Fe­bru­ar bis 25. Ok­to­ber 2026
mon­tags bis frei­tags: 9–20 Uhr
so­wie va­ri­ie­rend an den Wo­chen­en­den

Martin Frech

Kein Baum – Baum – kein Baum

Farbbild (Scan vom Farbnegativ): Außenansicht Haus Kaiserstraße 21 in Reutlingen.
Ein Haus auf der Kai­ser­stra­ße in Reut­lin­gen
Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 1976/0721/1 (Farb­ne­ga­tiv-Roll­film)
Farbbild (Scan vom Farbnegativ): Außenansicht Haus Kaiserstraße 21 in Reutlingen.

Die bei­den Bil­der wur­den im Ab­stand von 50 Jah­ren auf­ge­nom­men.

Am Haus wur­de äu­ßer­lich kaum et­was ver­än­dert: Das Dach wur­de wohl neu ge­deckt – aber sonst? Die An­ten­ne blieb und es gibt wei­ter­hin ei­ne Arzt­pra­xis; mit ei­nem neu­en Schild, das aber noch an der­sel­ben Stel­le hängt. Die Park­uhr wur­de ab­ge­baut, nun muss ein Park­schein ge­kauft wer­den. Der Zi­ga­ret­ten­au­to­mat am Nach­bar­haus wur­de aus­ge­tauscht. Und die Au­tos se­hen an­ders aus.

Ein Baum wur­de ge­pflanzt und wie­der ge­fällt.

Farbbild (born-digital): Außenansicht Haus Kaiserstraße 21 in Reutlingen.
Das­sel­be Haus auf der Kai­ser­stra­ße in Reut­lin­gen, 50 Jah­re spä­ter
Fo­to: Mar­tin Frech, 4/2026 (CMOS-Pho­to­de­tek­tor)
Farbbild (born-digital): Außenansicht Haus Kaiserstraße 21 in Reutlingen.
Martin Frech

Auf­ruf zur Ein­rei­chung:
Pop-up-Pin­hole-Mit­mach­aus­stel­lung
in der schael­pic pho­to­kunst­bar, Köln

Am 30. April 2006, dem sechs­ten Loch­ka­me­ra­tag, er­öff­ne­ten wir im Köl­ner Ate­li­er für Medien­ge­stal­tung un­se­re ers­te Aus­stel­lung »⁠Click­Clack⁠« mit Loch­ka­me­ra­fo­to­gra­fien von Tobias D. Kern und mir. Da­mit be­gann die Ge­schich­te un­se­res Pro­jekt­raums, der schael­pic pho­to­kunst­bar.

Die­ses Jahr fei­ern wir mit der Com­mu­ni­ty un­ser 20-jäh­ri­ges Be­ste­hen:
Brin­gen Sie am Sonn­tag, dem 26. April (das ist der welt­wei­te Tag der Loch­ka­me­ra-Fo­to­gra­fie), Ih­re Loch­ka­me­ra­bil­der mit nach Köln-Mül­heim, hän­gen die­se für ei­nen Tag an un­se­re Aus­stel­lungs­wän­de und tau­chen ein in die ma­gi­sche Welt der lin­sen­lo­sen Fo­to­gra­fie.

Nut­zen Sie Ih­re selbst­ge­bas­tel­te oder ei­ne ge­kauf­te Loch­ka­me­ra, fo­to­gra­fie­ren Sie schwarz­weiß oder far­big, ana­log oder di­gi­tal – egal. Aber ma­chen Sie es selbst. Ent­schei­dend ist, dass Sie ohne Lin­se ar­bei­ten und Ihr Bild bis zum 26. April fer­tig ist für un­se­re Wand.

Farbbild: Außenansicht der schaelpic photokunstbar in Köln-Mülheim bei Dämmerung.
schael­pic pho­to­kunst­bar, Schan­zen­stra­ße 27, 51063 Köln-Mül­heim
(Fo­to: To­bi­as D. Kern, 8/2014)
Farbbild: Außenansicht der schaelpic photokunstbar in Köln-Mülheim bei Dämmerung.

Pro­gramm am Sonn­tag, dem 26. April 2026

  • ab 12 Uhr: Hän­gen der mit­ge­brach­ten Bil­der
  • 13:30 Uhr: Be­grü­ßung und Rück­blick auf 20 Jah­re schael­pic
  • 14:30 Uhr: Phi­lo­so­phi­sche Be­trach­tun­gen zum The­ma »⁠Loch⁠« (Tho­mas Brandt)
  • 15:00 Uhr: Grup­pen­bild mit der Loch­ka­me­ra (Tobias D. Kern) – un­ser Bei­trag zum World­wide Pin­hole Pho­tog­ra­phy Day
  • 15:45 Uhr: Die Cam­era obs­cura als Er­kennt­nis­in­stru­ment (Martin Frech)
  • 16:45 Uhr: Pro­jek­tion des Loch­ka­me­ra-Su­per-8-Films »⁠Vom Ur­sprung⁠«
    Ein Ex­peri­men­tal­film von Anna C. Wagner
    CH/D 2022, Su­per 8, s/w, 3:15 min
    Im­pres­sio­nen der Rhein­quel­le, mit Loch­ka­me­ra-Tech­nik auf­ge­nom­men
  • 17:00 Uhr: Aus­klang
Farbbild (born-digital): Martin Frech hält einen Vortrag zur Camera obscura.
Ver­mitt­lung war uns von An­fang an wich­tig: Vor 20 Jah­ren ha­be ich zur Ge­schich­te der Cam­era obs­cura ge­re­det. An der Wand hän­gen Bil­der aus mei­ner Ar­beit ›se­hens wert‹.
(Fo­to: An­drea Jecke, 4/2006)
Farbbild (born-digital): Martin Frech hält einen Vortrag zur Camera obscura.
Martin Frech

Na­gel

Ein au­gen­schein­lich hand­werk­lich ge­fer­tig­ter lan­ger Na­gel aus Me­tall, mit Bind­fa­den an zwei Stel­len auf ei­nem Kar­ton fi­xiert. Zwar ist kein Maß­stab ab­ge­bil­det, je­doch ei­ne Reiß­zwe­cke, mit der der Kar­ton be­fes­tigt ist. Die Län­ge des Ob­jekts be­trägt et­wa das Neun­fa­che des Durch­mes­sers die­ser Reiß­zwe­cke und misst ver­mut­lich rund 14 cm.

Schwarzweißbild: Digitale Reproduktion eines Glasnegativs, das einen auf Karton montierten Nagel zeigt; ca. 1905 (Bildautor unbekannt, Repro: Martin Frech).
Na­gel, ca. 1905
Bild­autor un­be­kannt; Re­pro: Mar­tin Frech, 1/2026
Schwarzweißbild: Digitale Reproduktion eines Glasnegativs, das einen auf Karton montierten Nagel zeigt; ca. 1905 (Bildautor unbekannt, Repro: Martin Frech).

Har­tes, schräg ein­fal­len­des Licht be­leuch­tet das Mo­tiv. Es er­zeugt ei­nen aus­ge­präg­ten Schlag­schat­ten auf dem Un­ter­grund und mo­delliert zu­gleich deut­lich die Ma­te­ri­a­li­tät des En­sem­bles. Ge­gen­stände au­ßer­halb des Bild­felds wer­fen Schat­ten auf den Na­gel.

Auf den ers­ten Blick wirkt die­se Auf­nah­me in­ner­halb des Kon­vo­luts rät­sel­haft. Für sich ge­nom­men lie­ße sie sich als pro­to-da­da­is­tisch oder sur­re­a­lis­tisch be­schrei­ben. Im Zu­sam­men­hang mit den an­de­ren Auf­nah­men ist je­doch klar, dass der Fo­to­graf nicht et­wa kunst­schaf­fend an­ti­bür­ger­lich-pro­vo­ka­tiv ar­bei­te­te, son­dern das Ob­jekt in do­ku­men­ta­ri­scher Ab­sicht fest­ge­hal­ten hat.

Zeit­split­ter – Fo­to­gra­fi­sche Er­in­ne­run­gen auf Glas
Fo­to­aus­stel­lung in der Brecht­bau­ga­le­rie
Wil­helm­stra­ße 50, 72074 Tü­bin­gen
6. Fe­bru­ar bis 25. Ok­to­ber 2026
mon­tags bis frei­tags: 9–20 Uhr
so­wie va­ri­ie­rend an den Wo­chen­en­den

Martin Frech

Vor 36 Jah­ren: De­mo­kra­ti­sche Wahl in der DDR

Am 18. März 1990 fand in der DDR die ers­te de­mo­kra­ti­sche Volks­kam­mer­wahl statt. Und die letz­te – schon sie­ben Mo­na­te spä­ter gab es den Staat nicht mehr. Da­mals war ich als sein As­sis­tent mit dem Do­ku­men­tar­filmer Peter Krieg (1947⁠–⁠2009) in der DDR un­ter­wegs; wir ha­ben für sei­nen Film ⁠ ⁠»⁠Sus­pi­cious Minds⁠«??? ge­dreht. So kam es, dass ich vor 36 Jah­ren in ei­nem DDR-Wahl­lo­kal fo­to­gra­fiert ha­be.

Schwarzweißbild (Digitalisat vom Kleinbildnegativ): Ein Mann bekommt in einem DDR-Wahllokal einen Stimmzettel zur Volkskammerwahl 1990; im Hintergrund ist die Wahlkabine zu erkennen. (Foto: Martin Frech, 3/1990)
Wahl­lo­kal in Wa­ren (Mü­ritz); aus mei­nem Lang­zeit-Pro­jekt Die letzten Male???.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 3/1990)
Schwarzweißbild (Digitalisat vom Kleinbildnegativ): Ein Mann bekommt in einem DDR-Wahllokal einen Stimmzettel zur Volkskammerwahl 1990; im Hintergrund ist die Wahlkabine zu erkennen. (Foto: Martin Frech, 3/1990)
Schwarzweißbild (Digitalisat vom Kleinbildnegativ): Ein Mann gibt in einem DDR-Wahllokal seinen Stimmzettel zur Volkskammerwahl 1990 in die Wahlurne; im Hintergrund ist die Wahlkabine zu erkennen. (Foto: Martin Frech, 3/1990)
Wahl­lo­kal in Wa­ren (Mü­ritz); aus mei­nem Lang­zeit-Pro­jekt Die letzten Male???.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 3/1990)
Schwarzweißbild (Digitalisat vom Kleinbildnegativ): Ein Mann gibt in einem DDR-Wahllokal seinen Stimmzettel zur Volkskammerwahl 1990 in die Wahlurne; im Hintergrund ist die Wahlkabine zu erkennen. (Foto: Martin Frech, 3/1990)

Wei­ter­le­sen:
⁠ ⁠bpb.de/themen/deutschlandarchiv/305933/die-erste-und-letzte-freie-ddr-volkskammerwahl/ [2026-03-18]

Aus dem da­mals ent­stan­de­nen Bil­der­hau­fen ha­be ich bis­lang zwei Pro­jek­te des­til­liert: Mauer ’90??? und DDR ’90???, auch in re://Pasolini (Ausstellungsprojekt; 2025)??? taucht ein Bild von da­mals auf.

Martin Frech

Tempi passati

Farbbild (Digitalisat vom Mittelformatdia): Wahlplakat der Partei ›Die Grünen‹ zur Landtagswahl 1984 in Baden-Württemberg. Der Slogan lautet: ›Sichere Arbeitsplätze durch selbstbestimmte Betriebe‹. (Foto: Martin Frech, 3/1984)
Da­mals ha­ben sich die Grü­nen noch was ge­traut – und 8⁠ ⁠% be­kom­men.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 3/1984)
Farbbild (Digitalisat vom Mittelformatdia): Wahlplakat der Partei ›Die Grünen‹ zur Landtagswahl 1984 in Baden-Württemberg. Der Slogan lautet: ›Sichere Arbeitsplätze durch selbstbestimmte Betriebe‹. (Foto: Martin Frech, 3/1984)
Farbbild (born-digital): Wahlplakat der Partei ›Die Grünen‹ zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg. Der Slogan lautet: ›Das Land im Blick‹. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
 …Tempi passati.
(Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Farbbild (born-digital): Wahlplakat der Partei ›Die Grünen‹ zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg. Der Slogan lautet: ›Das Land im Blick‹. (Foto: Martin Frech, 2/2026)

(Pla­ka­te in Tü­bin­gen zu den Land­tags­wah­len in Ba­den-Würt­tem­berg 1984 und 2026.)

Martin Frech

Fo­to­gra­fie und Dich­tung

In den schael­pic-Aus­stel­lung­en 49, 50, 51, 52, 53, 55, 56 und 58 the­ma­ti­sier­ten wir seit Au­gust 2021 un­ter dem Ober­ti­tel »⁠Der Re­flex des Wie­der­er­ken­nens⁠« Be­zü­ge zwi­schen Li­te­ra­tur und bil­den­der Kunst. Die­se Rei­he be­schlie­ßen wir mit der ak­tu­ellen Aus­stel­lung ⁠ ⁠»⁠Vom Ur­sprung – Ar­chi­tek­tu­ren der Rhein­quel­len⁠«??? des Fo­to­gra­fen Tobias D. Kern (läuft noch bis zum 27. März).

Es ist offen­sicht­lich, dass es prin­zi­pi­el­le Ge­mein­sam­kei­ten zwi­schen bei­den Aus­drucks­for­men gibt – et­wa hin­sicht­lich der Of­fen­heit in der Re­zep­tion. Wir kon­kre­ti­sier­ten die­ses wei­te Feld, in­dem wir uns auf die Dich­tung und die Fo­to­gra­fie kon­zen­trier­ten und Fra­gen be­ar­bei­te­ten wie: Kann ein Fo­to wie ein Ge­dicht wir­ken – wie sich das et­wa Ro­bert Frank für sei­ne Bil­der ge­wünscht hat? (Be­re­ni­ce Ab­bott da­ge­gen wür­de das wohl ab­leh­nen.) Wa­rum fo­to­gra­fiert ein Dich­ter? Wie kann man Ly­rik und Fo­to­gra­fie zu­sam­men­brin­gen? Und wel­cher äs­the­ti­sche Mehr­wert kann da­raus er­wach­sen?

Es gibt viel­fäl­ti­ge Bei­spie­le aus der künst­le­ri­schen Pra­xis für das Mit­ein­an­der von Text und Bild auf Au­gen­hö­he. Et­wa die Zu­sam­men­ar­beit des Dich­ters und Jour­na­listen James Agee mit Wal­ker Evans oder die des Schrift­stel­lers John Ber­ger mit Jean Mohr. Jack Ke­rou­ac hat dem Fo­to­gra­fen Ro­bert Frank »⁠ei­nen Platz un­ter den tra­gi­schen Dich­tern der Welt⁠« zu­ge­spro­chen. Win­fried Georg Se­bald und Wis­ława Szym­bors­ka sind Schrift­stel­ler, die sich in ih­ren Tex­ten ex­pli­zit mit Fo­to­gra­fie aus­ei­nan­der­set­zen; Erich Käst­ner hat über ein fo­to­gra­fier­tes Por­trait ei­nes Kon­fir­man­den ge­dich­tet und Philip Lar­kin wur­de durch das Fo­to­al­bum ei­ner jun­gen Frau zum Dich­ten in­spi­riert. Heinz Ci­bul­ka hat­te ei­ne Pha­se, in der er sei­ne Fo­tos zu Bild­ge­dich­ten an­ord­ne­te und Rolf Die­ter Brink­manns Fo­to­gra­fien sind pa­ral­lel zu sei­nen Ge­dich­ten ent­stan­den – oder um­ge­kehrt.

Die Schrift­stel­ler­ïn­nen, auf die sich in un­se­ren acht Aus­stel­lung be­zo­gen wur­de, sind in der Reihen­fol­ge ih­res Auf­tre­tens: Vic­tor Hu­go, Jonathan Frech, Do­ris Schilz, Wal­lace Ste­vens, Jo­han­nes Theo­dor Baar­geld, Tho­mas Mer­ton, August Stramm, Karl Lan­gen­ba­cher, Georg Büch­ner, Paul Ce­lan, Pier Paolo Pasolini, Ann-Su­sann Brück­mann, Ro­bert M. Pir­sig, Gün­ter Eich und Friedrich Hölderlin.

De­tails zu den Aus­stel­lung­en: ⁠ ⁠schaelpic.de

Schwarzweißbild (Digitalisat vom Kleinbildnegativ): Dr. Jutta Höfel und Tobias D. Kern im Gespräch (schaelpic photokunstbar, Köln). (Foto: Martin Frech, 3/2026)
Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag re­de­ten die Phi­lo­lo­gin Dr. Jut­ta Hö­fel und der Fo­to­graf Tobias D. Kern in der Aus­stel­lung und mit dem Pub­li­kum über die To­na­li­tät der Hölderlinschen Ver­se und de­ren Ein­fluss auf die At­mo­sphä­re von Kerns Bil­dern, in de­nen die re­ale Land­schaft ei­ne ge­heim­nis­haf­te Sub­stanz ge­winnt. (Fo­to: Mar­tin Frech, 3/2026)
Olym­pus XA, Ilford HP5+, Ko­dak HC-110
Schwarzweißbild (Digitalisat vom Kleinbildnegativ): Dr. Jutta Höfel und Tobias D. Kern im Gespräch (schaelpic photokunstbar, Köln). (Foto: Martin Frech, 3/2026)
Martin Frech

Schrez­hei­mer Müh­le bei Ell­wan­gen

Farbbild (born-digital): Stehendes Glasnegativ, angelehnt an eine große Schraube. Die Platte zeigt die Schrezheimer Mühle bei Ellwangen, ca. 1905. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Schrez­hei­mer Müh­le bei Ell­wan­gen; Glas­ne­ga­tiv, Fo­to­gra­fin/Fo­to­graf nicht be­kannt, ca. 1905 (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Farbbild (born-digital): Stehendes Glasnegativ, angelehnt an eine große Schraube. Die Platte zeigt die Schrezheimer Mühle bei Ellwangen, ca. 1905. (Foto: Martin Frech, 2/2026)

Ei­ne länd­li­che Sze­ne mit dem Ge­bäu­de­en­sem­ble ei­ner spä­ter ab­ge­gan­ge­nen Müh­le nörd­lich der Jagst in der Ort­schaft Schrez­heim, die seit 1972 zu Ell­wan­gen ge­hört. Am ehe­ma­li­gen Stand­ort der Müh­le be­fin­det sich heu­te ein Au­to­haus an der Kon­rad-Ade­nau­er-Stra­ße (B 290).

Der Blick rich­tet sich na­he­zu fron­tal auf die Gie­bel­sei­ten des Haupt- und ei­nes Ne­ben­ge­bäu­des. Sie sind bei­de hell ver­putzt und ste­hen ne­ben meh­re­ren höl­zer­nen Schup­pen. Ein Mühl­rad ist nicht zu er­ken­nen. Ne­ben der Müh­le be­fin­det sich ei­ne hell ge­klei­de­te Per­son, mög­lich­er­weise der Mül­ler. Links im Bild ver­läuft ein Zu­fahrts­weg, den Holz­sta­pel, zwei gro­ßen Pap­peln, Bir­ken und ei­ni­ge klei­ne­re Bäu­me säu­men. Da­hin­ter er­streckt sich ei­ne hü­ge­li­ge Land­schaft mit ge­ring­em Baum­be­stand. Vom mit­tle­ren Vor­der­grund aus öff­net sich der Mühl­ka­nal zu ei­nem Wei­her, der bis an die Müh­le he­ran­reicht. Schilf be­wächst das Ufer; rechts im Vor­der­grund wei­den Scha­fe auf ei­ner Wie­se.

Die Ka­me­ra be­fand sich in er­höh­ter Po­si­ti­on, viel­leicht auf ei­nem Steg über dem Bach. Dif­fu­ses Ta­ges­licht und ei­ne kurze Be­lich­tungs­zeit be­stim­men die Auf­nah­me; Scha­fe und Was­ser zei­gen nur ge­ringe Be­we­gungs­un­schär­fen. Ei­ne ko­lo­rier­te An­sichts­kar­te aus dem Jahr 1905 (Ver­lag Reg­nault, Ell­wan­gen) zeigt die­sel­be An­sicht, al­ler­dings auf das klei­ne­re Kar­ten­for­mat be­schnit­ten. Wahr­schein­lich dien­te die Fo­to­plat­te als Vor­la­ge für die­se Post­kar­te.

Reproduktion: Ansichtskarte von 1905, gelaufen am 29. Juni 1906. Die Karte zeigt die Schrezheimer Mühle bei Ellwangen. (Foto: , 1905)
An­sichts­kar­te von 1905, ge­lau­fen am 29. Ju­ni 1906 (Samm­lung Frech; Re­pro: Mar­tin Frech, 1/2026)
Reproduktion: Ansichtskarte von 1905, gelaufen am 29. Juni 1906. Die Karte zeigt die Schrezheimer Mühle bei Ellwangen. (Foto: , 1905)
Reproduktion: Ansichtskarte von 1905, gelaufen am 29. Juni 1906. Die andere Seite zeigt die Schrezheimer Mühle bei Ellwangen. (Foto: , 1905)
An­sichts­kar­te von 1905, ge­lau­fen am 29. Ju­ni 1906. Die an­de­re Sei­te zeigt die Schrez­hei­mer Müh­le bei Ell­wan­gen. (Samm­lung Frech; Re­pro: Mar­tin Frech, 1/2026)
Reproduktion: Ansichtskarte von 1905, gelaufen am 29. Juni 1906. Die andere Seite zeigt die Schrezheimer Mühle bei Ellwangen. (Foto: , 1905)

Ins­ge­samt gibt es fünf An­sich­ten die­ses Mo­tivs vom glei­chen Ka­me­ra­stand­punkt. Ei­ne zwei­te Plat­te ent­stand na­he­zu zeit­gleich, le­digl­ich die Po­si­ti­on der Scha­fe un­ter­schei­det sich (Inv. Nr. 4565). Zwei wei­te­re Plat­ten zei­gen spie­len­de Kin­der im Was­ser und sind wahr­schein­lich an ei­nem an­de­ren Tag ent­stan­den (Inv.-Nr. 4567, 4568). In ei­ner wei­te­ren Auf­nah­me tra­gen die Pap­peln Laub (Inv.-Nr. 4573).

Reproduktion: Kontaktkopie eines Glasnegativs der Schrezheimer Mühle bei Ellwangen, ca. 1905 (Bildautor unbekannt, Kontaktkopie: Martin Frech). (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Mei­ne Kon­takt­kopie des Glas­ne­ga­tivs auf Agfa Re­cord Ra­pid RRS 111 (G. 2), ent­wick­elt in Adox Neu­tol, se­len­ge­tont (Re­pro: Mar­tin Frech, 1/2026)
Reproduktion: Kontaktkopie eines Glasnegativs der Schrezheimer Mühle bei Ellwangen, ca. 1905 (Bildautor unbekannt, Kontaktkopie: Martin Frech). (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Farbbild (born-digital): Belichten einer Kontaktkopie eines Glasnegativs. (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Be­lich­ten ei­ner Kon­takt­kopie un­ter dem Ver­grö­ße­rungs­ge­rät (Fo­to: Mar­tin Frech, 12/2025)
Farbbild (born-digital): Belichten einer Kontaktkopie eines Glasnegativs. (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Farbbild (born-digital): Wässern der Kontaktkopien. (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Wäs­sern der Kon­takt­kopien. (Fo­to: Mar­tin Frech, 12/2025)
Farbbild (born-digital): Wässern der Kontaktkopien. (Foto: Martin Frech, 12/2025)

Zeit­split­ter – Fo­to­gra­fi­sche Er­in­ne­run­gen auf Glas
Fo­to­aus­stel­lung in der Brecht­bau­ga­le­rie
Wil­helm­stra­ße 50, 72074 Tü­bin­gen
6. Fe­bru­ar bis 25. Ok­to­ber 2026
mon­tags bis frei­tags: 9–20 Uhr
so­wie va­ri­ie­rend an den Wo­chen­en­den

Martin Frech

Ne­ga­tive Welt­sicht

Schwarzweißbild (Repro von den original Papiernegativen): Fünf Lochkameraaufnahmen einer Teekanne. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Mei­ne Tee­kan­ne (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Schwarzweißbild (Repro von den original Papiernegativen): Fünf Lochkameraaufnahmen einer Teekanne. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Farbbild (born-digital): CaotinaCam (Lochkamera) während der Aufnahme. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Mei­ne Cao­tina­Cam wäh­rend der Auf­nah­me. (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Farbbild (born-digital): CaotinaCam (Lochkamera) während der Aufnahme. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Schwarzweißbild (Repro vom original Papiernegativ): Haus an einer Straße. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Das Haus ge­gen­über. (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Schwarzweißbild (Repro vom original Papiernegativ): Haus an einer Straße. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Schwarzweißbild (Repro vom original Papiernegativ): Christrosen (Frühlings-Nieswurz) im Vorgarten. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Früh­lings-Christ­ro­sen (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Schwarzweißbild (Repro vom original Papiernegativ): Christrosen (Frühlings-Nieswurz) im Vorgarten. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Farbbild (born-digital): Lochkamera während der Aufnahme im Blumenbeet. (Foto: Martin Frech, 2/2026)
Mei­ne Loch­ka­me­ra wäh­rend der Auf­nah­me. (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2026)
Farbbild (born-digital): Lochkamera während der Aufnahme im Blumenbeet. (Foto: Martin Frech, 2/2026)

Auf­nah­men auf Fo­to­pa­pier er­ge­ben sei­ten­ver­kehr­te Pa­pier­ne­ga­ti­ve.
Selbst­ge­bas­tel­te Loch­ka­me­ras, Fo­ma­brom Va­ri­ant 111, Adox Neu­tol

Ent­stan­den im Zu­ge der Vor­be­rei­tung­en mei­nes ⁠ ⁠Loch­ka­me­ra-Work­shops???.

Martin Frech

Vor fünf Jah­ren: Mit­ten in der Pan­de­mie

31. De­zem­ber 2019:
Be­stä­ti­gung ei­ner neu­en Lun­gen­ent­zün­dung mit noch un­be­kann­ter Ur­sa­che in Wu­han/Chi­na.

30. Ja­nu­ar 2020:
Die WHO ruft die in­ter­na­ti­o­na­le Ge­sund­heits­not­la­ge aus.

11. Fe­bru­ar 2020:
Die WHO schlägt den Na­men CO­VID-19 für die Kran­kheit vor.

11. März 2020:
Die WHO er­klärt die Epi­de­mie zur Pan­de­mie.

28. Ja­nu­ar 2021:
Mehr als 100 Mil­li­on­en be­stä­tig­te In­fek­ti­on­en.

5. Mai 2023:
Die WHO hob die in­ter­na­ti­o­na­le Ge­sund­heits­not­la­ge auf und schätzt die Zahl der To­ten auf mind. 22 Mio. Men­schen.

⁠ ⁠de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie

Schwarzweißbild (Scan vom Ilford-HP5+-Negativ): Werbung für die Corona-Regeln auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 1/2021)
Es gab stren­ge Re­geln zum Ver­hal­ten wäh­rend der Pan­de­mie. (Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2021)
Schwarzweißbild (Scan vom Ilford-HP5+-Negativ): Werbung für die Corona-Regeln auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 1/2021)
Schwarzweißbild (Scan vom Ilford-HP5+-Negativ): Nachricht über Festnahmen während einer Corona-Demonstration auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 1/2021)
Die Re­geln zum Ver­hal­ten wäh­rend der Pan­de­mie wur­den nicht von allen ak­zep­tiert. (Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2021)
Schwarzweißbild (Scan vom Ilford-HP5+-Negativ): Nachricht über Festnahmen während einer Corona-Demonstration auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 1/2021)
Schwarzweißbild (Scan vom Ilford-HP5+-Negativ): Nachricht über die Auflösung einer Kindergeburtstagsfeier auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Die Re­geln zum Ver­hal­ten wäh­rend der Pan­de­mie wur­den nicht immer ein­ge­hal­ten. (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2021)
Schwarzweißbild (Scan vom Ilford-HP5+-Negativ): Nachricht über die Auflösung einer Kindergeburtstagsfeier auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Farbbild (Scan vom Kodak-Ultramax-400-Negativ): Werbung für die Corona-Warn-App, nachts auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Wer­bung für die Co­ro­na-Warn-App in Tü­bin­gen (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2021)
Farbbild (Scan vom Kodak-Ultramax-400-Negativ): Werbung für die Corona-Warn-App, nachts auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Farbbild (Scan vom Kodak-Ultramax-400-Negativ): Zitat zu Corona-Toten von Michael Hüther (Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln), nachts auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Mi­cha­el Hüther ist Di­rek­tor des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft in Köln (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2021)
Farbbild (Scan vom Kodak-Ultramax-400-Negativ): Zitat zu Corona-Toten von Michael Hüther (Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln), nachts auf einer selbstleuchtenden Werbetafel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Farbbild (born-digital): Wahlplakat der Partei mit einer Referenz auf die Corona-Impfungen in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)
Pla­kat zur Land­tags­wahl in Ba­den-Würt­tem­berg (Fo­to: Mar­tin Frech, 2/2021)
Farbbild (born-digital): Wahlplakat der Partei mit einer Referenz auf die Corona-Impfungen in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2/2021)

Mei­ne künst­le­ri­sche Aus­ei­nan­der­set­zung mit der Pan­de­mie re­sul­tier­te im Schwarz­buch 2020.
Pro­jekt­sei­te: Schwarzbuch 2020???

Martin Frech

Aus­stel­lung:
Zeit­split­ter – Fo­to­gra­fi­sche Er­in­ne­run­gen auf Glas

Ei­ne Kis­te vol­ler Rät­sel: Aus­gangs­punkt des Pro­jekts war die­se al­te Kis­te mit über 170 Glas­plat­ten-Ne­ga­ti­ven, de­ren Her­kunft zu­nächst im Dun­keln lag – kei­ne Na­men, kei­ne Da­ten, nur die stum­men Bild­zeu­gen ei­ner ver­gan­ge­nen Zeit. Die Auf­nah­men, mut­maß­lich zwi­schen 1900 und 1910 ent­stan­den, füh­ren uns in ei­ne Welt, die es so nicht mehr gibt: Land­schaf­ten ohne In­dus­trie, frü­he tou­ris­ti­sche Blicke und bür­ger­li­ches All­tags­le­ben vor 125 Jah­ren.

Farbbild (born-digital): Geöffnete Holzkiste und historische Glasplatten-Schachteln. (Foto: Martin Frech, 1/2026)
Floh­markt­fund aus dem Jahr 1984: Holz­kis­te mit Glas­plat­ten­ne­ga­ti­ven
Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2026; Art­di­rec­tion: Jo­na­than Frech
Farbbild (born-digital): Geöffnete Holzkiste und historische Glasplatten-Schachteln. (Foto: Martin Frech, 1/2026)

Die Ne­ga­tive la­gern in zeit­ge­nös­si­sch­en Fo­to­plat­ten-Schach­teln und sind teil­wei­se von Hand mit deut­scher Kur­rent­schrift ver­se­hen. Der Floh­markt­fund schien von kul­tur- und me­di­en­wis­sen­schaft­lich­er Be­deu­tung zu sein. So war es na­he­lie­gend, im Ba­che­lor­stu­dien­gang der Me­dien­wis­sen­schaft ein Pro­jekt zur Be­ar­bei­tung die­ses Fun­des an­zu­bie­ten (Lei­tung: Ul­rich Hä­ge­le und Mar­tin Frech).

Die Ar­beits­grup­pe stand vor der Auf­ga­be, die Ge­schich­te hin­ter den Bil­dern zu re­kon­stru­ie­ren und mehr über de­ren Pro­ve­ni­enz he­raus­zu­fin­den. Aus va­gen Hin­wei­sen und bild­li­chen De­tails ver­dich­te­te sich die Ver­mu­tung, dass die Auf­nah­men von ei­nem Rich­ter aus dem Raum Ell­wan­gen oder Crails­heim im Jagst­tal stam­men könn­ten, der in sei­ner Frei­zeit mit sei­ner Ka­me­ra un­ter­wegs ge­we­sen war.

Im Som­mer­se­mes­ter 2025 er­ar­bei­te­ten sich die Stu­die­ren­den die the­o­re­ti­schen Grund­la­gen in Sa­chen Do­ku­men­tar- und Ama­teur­fo­to­gra­fie so­wie Fo­to­the­o­rie und Bild­ana­ly­se. Im Win­ter­se­mes­ter 2025/26 folg­te als prak­tisch­er Teil die Pro­duk­tion ei­ner Aus­stel­lung (vor Ort in Tü­bin­gen so­wie on­line) und ei­nes Ka­ta­logs.

Die Aus­stel­lung lässt den Pro­zess der Ent­schlüs­se­lung sicht­bar wer­den. Sie zeigt nicht nur die äs­the­ti­sche Qua­li­tät der al­ten Fo­to­gra­fien, son­dern the­ma­ti­siert auch das Frag­men­ta­ri­sche sol­cher Er­in­ne­run­gen – eben ech­te ›⁠Zeit­split­ter⁠‹. Pa­ral­lel ent­wick­el­ten die Stu­die­ren­den ei­ne nie­der­schwel­lig er­reich­ba­re On­line-Aus­stel­lung. Dort sind auch die Bild­tex­te von rund 80 Fo­to­gra­fien als Audio­files ab­ruf­bar.

Einladungskarte zur Ausstellung ›Zeitsplitter, Fotografische Erinnerungen auf Glas‹, Brechtbaugalerie, Wilhelmstraße 50, 72074 Tübingen, 6. Februar bis 25. Oktober 2026. (Foto: , 2026)
Einladungskarte zur Ausstellung ›Zeitsplitter, Fotografische Erinnerungen auf Glas‹, Brechtbaugalerie, Wilhelmstraße 50, 72074 Tübingen, 6. Februar bis 25. Oktober 2026. (Foto: , 2026)

Die Aus­stel­lung wird am Frei­tag, den 6. Fe­bru­ar 2026 er­öff­net. In­te­res­sier­te sind herz­lich ein­ge­la­den, sich selbst ein Bild von dem Fund zu ma­chen und viel­leicht so­gar ei­ge­ne As­so­zia­tio­nen zu den his­to­ri­schen Or­ten ein­zu­brin­gen.

Zeit­split­ter – Fo­to­gra­fi­sche Er­in­ne­run­gen auf Glas
Fo­to­aus­stel­lung in der Brecht­bau­ga­le­rie
Wil­helm­stra­ße 50, 72074 Tü­bin­gen
Er­öff­nung: 6. Fe­bru­ar 2026, 11 Uhr

Öff­nungs­zei­ten:
6. Fe­bru­ar bis 25. Ok­to­ber 2026
mon­tags bis frei­tags: 9–20 Uhr
so­wie va­ri­ie­rend an den Wo­chen­en­den

Martin Frech

#bring­back2016 ?

Für man­che auch 2016 noch ein Träum­chen:

Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Stencil ›ALLES GUTE‹ mit dem kommunistischen ☭-Symbol (Hammer und Sichel gekreuzt) an einer Wand an der Schlossbergstaffel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2016)
Sten­cil und Graf­fi­ti an der Schloss­berg­staf­fel, Tü­bin­gen (Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2016)
Olym­pus XA, Ko­dak T-Max 400, E. I. 800, Xtol 1+1, DSLR-Scan
Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Stencil ›ALLES GUTE‹ mit dem kommunistischen ☭-Symbol (Hammer und Sichel gekreuzt) an einer Wand an der Schlossbergstaffel in Tübingen. (Foto: Martin Frech, 2016)
Martin Frech

Ein­la­dung nach Köln zur Aus­stel­lung Vom Ur­sprung

Tobias D. Kern: Vom Ur­sprung – Ar­chi­tek­tu­ren der Rhein­quel­len
Fo­to­gra­fien zu Friedrich Hölderlins Hym­ne »⁠Der Rhein⁠«

Wie kann man Ly­rik und Fo­to­gra­fie zu­sam­men­brin­gen und wel­cher äs­the­ti­sche Mehr­wert kann da­raus er­wach­sen? In un­se­rer Aus­stel­lungs­rei­he Der Re­flex des Wie­der­er­ken­nens zur Ver­wandt­schaft von Fo­to­gra­fie und Dich­tung ver­tie­fen wir die­ses wei­te Feld: Der Fo­to­graf Tobias D. Kern nimmt uns mit zu den Quell­ge­biet­en des Rheins in Grau­bün­den. Sei­ne Ar­beit Vom Ur­sprung – Ar­chi­tek­tu­ren der Rhein­quel­len ent­stand wäh­rend der Be­schäf­ti­gung mit Hölderlins gro­ßem Strom-Ge­dicht »⁠Der Rhein⁠«.

Ma­ti­née am Sonn­tag, 1. Fe­bru­ar 2026 ab 12 Uhr
mit ei­ner Per­for­mance von En­sem­ble-Mit­glied­ern des Schau­spiel Köln
Ein­führ­ung: Martin Frech

Aus­stel­lungs­dau­er:
2. Fe­bru­ar bis 27. März 2026

Öff­nungs­zei­ten und Be­such:
Nach te­le­fo­ni­scher Ver­ein­ba­rung un­ter 0172.6338831

schael­pic pho­to­kunst­bar
Schan­zen­stra­ße 27
51063 Köln-Mül­heim
⁠ ⁠schaelpic.de/

Schwarzweißbild: Quellgebiet des Rheins in Graubünden (Foto: Tobias D. Kern, 2022)
Tobias D. Kern: Vom Ur­sprung (Aus­schnitt)
Schwarzweißbild: Quellgebiet des Rheins in Graubünden (Foto: Tobias D. Kern, 2022)

Die schael­pic pho­to­kunst­bar ist ein Pro­jekt­raum für künst­le­ri­sche Fo­to­gra­fie im Köln-Mül­hei­mer Me­dien­vier­tel rund um die Schan­zen­stra­ße. Et­wa drei bis vier Mal im Jahr prä­sen­tie­ren Frank Doering, Martin Frech, Tobias D. Kern und Anna C. Wagner ent­we­der ei­ge­ne Ar­bei­ten oder sie laden an­de­re Fo­to­künst­ler*in­nen zu ex­pe­ri­men­tel­len For­men der Zu­sam­men­ar­beit ein. Ge­tra­gen wird die schael­pic pho­to­kunst­bar vom ⁠ ⁠Ate­li­er für Medien­ge­stal­tung, ei­ner Fach­agen­tur für Kul­tur- und Wis­sen­schafts­kom­mu­ni­ka­ti­on???.

Martin Frech

Ein Traum der Mensch­heit

Die ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te, so ab den 1960er-Jah­ren, sind für Urs Strahel die auf­re­gends­ten in der Ge­schich­te der Fo­to­gra­fie.

Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Vorraum einer Bilderschau auf der ersten photokina (Photo- und Kino-Ausstellung in Köln). An der Wand steht: ›Die Photographie ist ein Alter, nun verwirklichter Traum der Menschheit, das Vergängliche im Bilde zu bannen und das Unsichtbare sichtbar zu machen. Sie ist eine Schöpfung aller Kulturnationen‹ (Foto: StadtA Rt./Dohm, 5/1950)
Vor­raum ei­ner Bil­der­schau auf der Pho­to- und Ki­no-Aus­stel­lung 1950 in Köln.
Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Vorraum einer Bilderschau auf der ersten photokina (Photo- und Kino-Ausstellung in Köln). An der Wand steht: ›Die Photographie ist ein Alter, nun verwirklichter Traum der Menschheit, das Vergängliche im Bilde zu bannen und das Unsichtbare sichtbar zu machen. Sie ist eine Schöpfung aller Kulturnationen‹ (Foto: StadtA Rt./Dohm, 5/1950)

Nicht mehr die Zeit­schrif­ten be­rich­ten über die Welt, son­dern das Fern­se­hen; Auf­trags­fo­to­gra­fen muss­ten sich um­ori­en­tie­ren; künst­le­ri­sche Ge­brauchs­wei­sen ir­ri­tier­ten (Lin­guis­tic turn, Kon­zept­kunst), al­ler­dings gab es noch kaum mu­sea­le Be­ach­tung für Fo­to­gra­fie; spä­ter schon (Pic­to­ri­al turn), aber wa­rum?; Baudrillards Hy­per­rea­li­tät und das Si­mu­la­crum; Ab­bil­dung/Bild (Baltz); Di­gi­ta­li­sie­rung; iPhone; vie­le klei­ne Bild­chen (sie­he auch ⁠ ⁠Zum For­mat in der Fo­to­gra­fie???); »⁠Wie die­se Fo­to­gra­fie und un­ser Ver­hal­ten mit ihr zu­künf­tig den Weg zu­rück in Aus­stel­lungs­räume fin­den, ist die ei­ne mög­li­che zen­tra­le Fra­ge, …⁠«; Po­si­ti­vis­mus; KI

Stra­hel, Urs: »⁠Als die Welt noch re­al war. Ei­ne Rück­schau in die Zu­kunft.⁠« 19.12.2025. In: Re­Vue ; Ma­ga­zin für Fo­to­gra­fie und Wahr­neh­mung. On­line: ⁠ ⁠re-vue.org/beitrag/theorie-urs-stahel-als-die-welt-noch-real-war [2025-01-14]

Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Raum einer Bilderschau auf der ersten photokina (Photo- und Kino-Ausstellung in Köln). An der Wand steht: ›Der Amateur ist der wahre Liebhaber der Photographie --- der Berufsphotograph ist ihr Ehemann.‹ (Foto: StadtA Rt./Dohm, 5/1950)
Raum ei­ner Bil­der­schau auf der Pho­to- und Ki­no-Aus­stel­lung 1950 in Köln.
Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Raum einer Bilderschau auf der ersten photokina (Photo- und Kino-Ausstellung in Köln). An der Wand steht: ›Der Amateur ist der wahre Liebhaber der Photographie --- der Berufsphotograph ist ihr Ehemann.‹ (Foto: StadtA Rt./Dohm, 5/1950)

1950 fand die ers­te »⁠Pho­to- und Ki­no-Aus­stel­lung⁠« in Köln statt. Der Mes­se­teil war noch rein na­ti­o­nal, Gru­bers Bil­der­schau da­ge­gen schon in­ter­na­ti­o­nal; erst das fol­gen­de Jahr brach­te die In­ter­na­ti­o­na­li­sie­rung der Mes­se und ih­re Um­be­nen­nung in »⁠pho­to­kina⁠«.
vgl. auch mei­ne Do­ku­men­ta­ti­on zur fi­na­len pho­to­kina: Photokina 2018???

Fo­tos: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 1421/16, 17

(Die Ni­t­ro­zel­lu­lo­se-Ne­ga­tive wur­den nach der Si­che­rungs­ver­fil­mung ver­nich­tet.)
Re­pro vom Mi­kro­film: Mar­tin Frech, 01/2026

Martin Frech

Graa­cher Stra­ße, Ber­lin-Lank­witz

Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Graacher Straße in Berlin-Lankwitz vom zugeparkten Gehweg aus. Ein abgelegter Tannenbaum ragt in den Weg. (Foto: Martin Frech, 1/2007)
Graa­cher Stra­ße Ecke Ro­then­fel­ser Weg (Ber­lin-Lank­witz),
Blick nach Süd­wes­ten, am 7. Ja­nu­ar 2007
Yashica T5, Fuji­film Neo­pan 1600, Adox ATM 49, DSLR-Scan
(Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2007)
Schwarzweißbild (DSLR-Scan vom Negativ): Graacher Straße in Berlin-Lankwitz vom zugeparkten Gehweg aus. Ein abgelegter Tannenbaum ragt in den Weg. (Foto: Martin Frech, 1/2007)

Fuji­film Neo­pan 1600 Pro­fes­sion­al war ein wun­der­bar­er Schwarz­weiß-Ne­ga­tiv­film, den ich sehr ver­mis­se. FujiNotFilm hat die Pro­duk­tion die­ses Films 2009 ein­ge­stel­lt (⁠ ⁠das Daten­blatt ist noch on­line??? [2026-01-06]).

Die­sel­be Ka­me­ra, ge­braucht ge­kauft vor gut ei­nem Vier­tel­jahr­hun­dert, nut­ze ich noch immer re­gel­mäßig. Zur Zeit ist sie ge­la­den mit ei­ner Rol­le Ko­dak Ek­ta­chrome 100.

Martin Frech

Rück­blick auf 2025

Heu­te re­ka­pi­tu­lie­re ich mei­ne fo­to­gra­fi­schen Un­ter­neh­mun­gen des ver­gan­ge­nen Jah­res und kon­zen­trie­re mich da­bei auf mei­ne frei­en Pro­jek­te??? – die an­ge­wand­ten Ar­bei­ten??? und mein Un­ter­richt??? blei­ben au­ßen vor.

Mein ers­ter Film, den ich 2025 be­lich­tet ha­be, war ein Tri-X in der Rollei­flex:

Schwarzweißbild: Giebelwand eines Wohnhauses in Untersicht. Fenster mit Fensterläden, teilw. offen. In einem Fenster hängt ein Papier-Schneemann. (Foto: Martin Frech, 2025)
Er­inner­ung an schnee­ige­re Zei­ten (Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2025)
Schwarzweißbild: Giebelwand eines Wohnhauses in Untersicht. Fenster mit Fensterläden, teilw. offen. In einem Fenster hängt ein Papier-Schneemann. (Foto: Martin Frech, 2025)

Wei­ter gings mit ei­nem HP 5+ in der Hexar RF:

Schwarzweißbild: Portrait des Künstlers Dieter Löchle neben seinem Werk ›Wärmflasche‹ in der Jahresausstellung des Künstlerbunds Tübingen. (Foto: Martin Frech, 1/2025)
Mein lang­jäh­ri­ger Ate­li­er­kol­le­ge Die­ter ne­ben sei­nem Ab­druck ei­ner Wärm­fla­sche in der Jah­res­aus­stel­lung des Künst­ler­bun­des. (Fo­to: Mar­tin Frech, 1/2025)
Schwarzweißbild: Portrait des Künstlers Dieter Löchle neben seinem Werk ›Wärmflasche‹ in der Jahresausstellung des Künstlerbunds Tübingen. (Foto: Martin Frech, 1/2025)

Mein Zine kein Home­of­fice war ein klei­ne­res Pro­jekt gleich im Ja­nu­ar. Das wur­de mein Bei­trag zur Grup­pen­aus­stel­lung ⁠ ⁠»⁠Der Re­flex des Wie­der­er­ken­nens #7 – Bil­der ei­ner an­de­ren Na­tur⁠«???, die im Rah­men des Fes­ti­vals der In­ter­na­ti­o­na­len Pho­to­sze­ne im Mai in Köln ge­zeigt wur­de.

Schwarzweißbild (born-digital): Arnd Brückmann, Tommy Schmid, Dirk Jahn, Martin Frech und Günter Weckwarth-Sänger, die Macher der Ausstellung ›Bilder einer anderen Natur‹, in der schaelpic photokunstbar, Köln (Foto: Ken Werner, 5/2025)
Arnd Brück­mann, Tommy Schmid, Dirk Jahn, Mar­tin Frech und Gün­ter Weck­warth-Sän­ger in der schael­pic pho­to­kunst­bar, Köln (Fo­to: Ken Wer­ner, 5/2025)
Schwarzweißbild (born-digital): Arnd Brückmann, Tommy Schmid, Dirk Jahn, Martin Frech und Günter Weckwarth-Sänger, die Macher der Ausstellung ›Bilder einer anderen Natur‹, in der schaelpic photokunstbar, Köln (Foto: Ken Werner, 5/2025)
Pro­jekt­sei­te: kein Homeoffice (Zine; 2025)???

Seit den 1980er-Jah­ren fo­to­gra­fie­re ich Wahl­pla­ka­te im Stadt­raum. Die­ses Jahr war Bun­des­tags­wahl, und zwar un­ge­wöhn­lich früh im Jahr – also gab es gleich wie­der et­was zu tun (in Form ge­bracht ist die­ses sehr um­fang­rei­che Ar­chiv lei­der immer noch nicht).

Farbbild (born-digital): Wahlplakate der Parteien CDU und FDP in Tübingen zur Bundestagswahl 2025. (Foto: Martin Frech, 1/2025)
Farbbild (born-digital): Wahlplakate der Parteien CDU und FDP in Tübingen zur Bundestagswahl 2025. (Foto: Martin Frech, 1/2025)
Farbbild (born-digital): Wahlplakate der Partei Die Linke in Tübingen zur Bundestagswahl 2025, im Hintergrund eine Tankstelle. (Foto: Martin Frech, 1/2025)
Farbbild (born-digital): Wahlplakate der Partei Die Linke in Tübingen zur Bundestagswahl 2025, im Hintergrund eine Tankstelle. (Foto: Martin Frech, 1/2025)
Farbbild (born-digital): Wahlplakat der Partei FDP in Tübingen zur Bundestagswahl 2025, im Hintergrund ein Werbeplakat für Bioprodukte. (Foto: Martin Frech, 1/2025)
Farbbild (born-digital): Wahlplakat der Partei FDP in Tübingen zur Bundestagswahl 2025, im Hintergrund ein Werbeplakat für Bioprodukte. (Foto: Martin Frech, 1/2025)

Ein gro­ßes Un­ter­fan­gen wur­de die Vor­be­rei­tung mei­ner Ein­zel­aus­stel­lung »⁠re://Pa­so­li­ni⁠«, die vor Os­tern in Köln er­öff­nen soll­te: Das Re­cher­chie­ren und Schrei­ben des Vor­trags zu Pa­so­li­nis Evan­ge­li­ums-Film, so­wie das Zu­sam­men­stel­len und Aus­ar­bei­ten mei­ner Fo­tos für die Aus­stel­lung.

Farbbild (born-digital): Martin Frech redet in der Kirche Sankt Maria in Lyskirchen; im Hintergrund eine Leinwand mit dem Filmtitel ›Il Vangelo Secondo Matteo‹ (Foto: Tobias D. Kern, 4/2025)
Ich re­de in der Kir­che Sankt Ma­ria in Lys­kir­chen in Köln zur Ein­führ­ung in Pa­so­li­nis Film. (Fo­to: To­bi­as D. Kern, 4/2025)
Farbbild (born-digital): Martin Frech redet in der Kirche Sankt Maria in Lyskirchen; im Hintergrund eine Leinwand mit dem Filmtitel ›Il Vangelo Secondo Matteo‹ (Foto: Tobias D. Kern, 4/2025)

mein Vor­trag auf NzF: ⁠ ⁠No­ti­zen zu Pier Paolo Pasolinis »⁠Il Van­ge­lo se­con­do Mat­teo⁠«???

Farbbild (born-digital): Blick in Martin Frechs Ausstellung ›re://Pasolini‹ in der schaelpic photokunstbar, Köln (Foto: Tobias D. Kern, 4/2025)
Blick in mei­ne Aus­stel­lung. (Fo­to: To­bi­as D. Kern, 4/2025)
Farbbild (born-digital): Blick in Martin Frechs Ausstellung ›re://Pasolini‹ in der schaelpic photokunstbar, Köln (Foto: Tobias D. Kern, 4/2025)

Pro­jekt­sei­te: re://Pasolini (Ausstellungsprojekt; 2025)???

Im März jähr­te sich der To­des­tag des Tü­bin­ger Fo­to­gra­fen Paul Sinner (1838⁠–⁠1925) zum 100. Mal; ich ha­be ei­ne ent­spre­chen­de Vi­tri­nen­aus­stel­lung im Stadt­archiv Reut­lin­gen ein­ge­rich­tet:

Farbbild (born-digital): Vitrine im Stadtarchiv Reutlingen mit der Ausstellung zu Paul Sinners 100. Geburtstag. (Foto: StadtA Rt./Frech, 9/2025)
Mei­ne Vi­tri­nen­aus­stel­lung im Stadt­archiv Reut­lin­gen (1. Hj. 2025)
Fo­to: Frech/StadtA Rt.??? S 106 Nr. 25B0126
Farbbild (born-digital): Vitrine im Stadtarchiv Reutlingen mit der Ausstellung zu Paul Sinners 100. Geburtstag. (Foto: StadtA Rt./Frech, 9/2025)

Der Text da­zu auf NzF: ⁠ ⁠Paul Sin­ner (1838–1925)???

Ein wei­te­re Vi­tri­ne ha­be ich zur Fei­er des Klein­bild­for­mats ge­stal­tet, das die ers­te Lei­ca vor 100 Jah­ren po­pu­la­ri­siert hat. Der Text da­zu fin­det sich hier im blog (am 03.09.).
Pa­ral­lel da­zu ha­be ich ei­nen tech­nik­his­to­ri­schen Text zur Lei­ca auf NzF ver­öf­fent­licht: ⁠ ⁠100 Jah­re Lei­ca | 100 Jah­re Klein­bild­fo­to­gra­fie???

Schwarzweißbild: Überdimensionierte Werbe-Eistüte in Reutlingen vor dem Tübinger Tor. (Foto: Martin Frech, 6/2025)
Som­mer in Reut­lin­gen (Fo­to: Mar­tin Frech, 6/2025)
Nikon FM2, Ilford FP4+, Ro­di­nal 1+25 (orig.)
Schwarzweißbild: Überdimensionierte Werbe-Eistüte in Reutlingen vor dem Tübinger Tor. (Foto: Martin Frech, 6/2025)
Farbbild (born-digital): Lego-Figur eines Fotografen sitzt auf einem Haufen Buchstabennudeln. (Foto: Jonathan Frech, 8/2025)
Mein Ava­tar (Fo­to: Jo­na­than Frech, 8/2025)
Farbbild (born-digital): Lego-Figur eines Fotografen sitzt auf einem Haufen Buchstabennudeln. (Foto: Jonathan Frech, 8/2025)

Seit Au­gust blog­ge ich wie­der: Seit­her gab es hier je­den Mitt­woch et­was Neu­es zu se­hen. Ich ha­be das ja schon Mal ge­macht, mit mei­nem rand­ge­bie­te-blog auf wordpress.com, von 29.12.2005 bis 20.12.2017. Wäh­rend der Pan­de­mie ha­be ich die wich­tigs­ten In­hal­te von dort nach ⁠ ⁠NzF??? um­ge­zo­gen. Erst seit die­sem Jahr be­die­ne ich die­se Platt­form wie­der: länge­re Ar­ti­kel pub­li­zie­re ich als NzF, die kür­ze­ren auf dem F-blog – da­zu kommt die kon­ti­nu­ier­li­che Ar­beit am ⁠ ⁠»⁠Kom­pen­di­um emul­si­ons­ba­sier­te Fo­to­gra­fie⁠«???.

Den fo­to­gra­fi­schen Hau­fen, der sich von Mai bis Sep­tem­ber ge­bil­det hat­te, ha­be ich im Herbst als vi­su­el­le Ta­ge­bü­cher in Le­po­rel­lo-Form ge­bracht:

  • Enz­tal­que­rung
  • Tri­lo­gie Bal­le­ri­na, Kind­heits­hü­gel, Fla­neur
    (Bil­der von Spa­zier­gäng­en in Ber­lin)
  • Theo­dor
  • Heim­weg
    (aus mei­ner Werk­grup­pe ›⁠vom Pen­deln⁠‹)

Das sind sechs Se­rien aus je neun Schwarz­weiß­fo­tos:
Hand­ab­zü­ge auf Sil­ber­ge­la­ti­ne-Baryt­pa­pier, op­tisch di­rekt ver­grö­ßert von den Ka­me­ra­ne­ga­ti­ven, bild­sil­ber­sta­bi­li­siert;
Bild­for­mat: je 4,8 × 5 cm, rand­los be­schnit­ten;
ein­ge­klebt mit Ne­schen gudy 831 in Hah­ne­müh­le Zig­Zag-books (Aqua­rell­pa­pier, säu­re­frei, 300 g/m2);
For­mat: 5 × 5 cm, 16 Sei­ten (un­pa­gi­niert) zwi­schen zwei be­zo­ge­nen Pap­pen mit Ti­tel­schild­chen;
auf­be­wahrt in ei­nem Papp-Kar­tei­käst­chen;
je­weils da­tiert, be­ti­telt, num­me­riert, sig­niert und ge­stem­pelt

Da­zu gibt es auch ei­ni­ge Bei­trä­ge auf dem blog. Die­ses Kon­vo­lut war dann mein Bei­trag zur Grup­pen­aus­stel­lung »⁠en mi­nia­ture⁠« im No­vem­ber im Kunst­haus Rhe­na­nia in Köln.

Farbbild (born-digital): Meine Leporellos in der Ausstellung ›en miniature‹ im Kunsthaus Rhenania in Köln. (Foto: Martin Frech, 11/2025)
Mei­ne Ta­ge­büch­lein auf ei­nem Sims. (Fo­to: Mar­tin Frech, 11/2025)
Farbbild (born-digital): Meine Leporellos in der Ausstellung ›en miniature‹ im Kunsthaus Rhenania in Köln. (Foto: Martin Frech, 11/2025)

Mein Vor­trag da­zu auf NzF: ⁠ ⁠Zum For­mat in der Fo­to­gra­fie???

Letz­te Ma­le: Am 28. Sep­tem­ber ha­be ich mei­ne letz­te – all die Jah­re gut ge­kühl­te – Rol­le des le­gen­dä­ren Ko­dak Plus-X fo­to­gra­fiert:

Farbbild (born-digital): Ein belichteter 120er-Rollfilm Kodak Plus-X neben seiner Umverpackung. (Foto: Martin Frech, 9/2025)
Mei­ne letz­te Rol­le Ko­dak Plus-X (Fo­to: Mar­tin Frech, 9/2025)
Farbbild (born-digital): Ein belichteter 120er-Rollfilm Kodak Plus-X neben seiner Umverpackung. (Foto: Martin Frech, 9/2025)
Schwarzweißbild: Ein Mann recht Laub auf einer Wiese unter einem Apfelbaum. (Foto: Martin Frech, 9/2025)
Ich ha­be mich im Gar­ten fo­to­gra­fiert.
Pen­ta­con Six, Carl Zeiss Jena MC Bio­me­tar 2.8/80 mm, Ko­dak Plus-X, Ro­di­nal 1+25 (orig.)
Schwarzweißbild: Ein Mann recht Laub auf einer Wiese unter einem Apfelbaum. (Foto: Martin Frech, 9/2025)

Das ein­zi­ge für mich neue Ma­te­ri­al war die­ses Jahr das far­big­e Fo­to­pa­pier von Foma. Ich weiß al­ler­dings noch nicht, ob ich das für mich frucht­bar ma­chen kann. Ein paar Bei­spie­le zei­ge ich auf die­sem blog.

Farbbild (born-digital): Ein Mann schaut durch ein Plastiskop. (Foto: Tobias D. Kern, 11/2025)
Mal se­hen, wie es wei­ter­geht … (Fo­to: To­bi­as D. Kern, 11/2025)
Farbbild (born-digital): Ein Mann schaut durch ein Plastiskop. (Foto: Tobias D. Kern, 11/2025)

Übri­gens: Mein letz­ter Film, den ich die­ses Jahr be­lich­te, ist ein HP 5+ in der Hexar RF.

Si­cher ist: Mei­ne Tex­te und mei­ne Bil­der sind voll­stän­dig mensch­ge­macht.

Martin Frech

Fro­he Fest­ta­ge

Farbbild (born-digital): Von außen gesehenes Sprossenfenster, geschmückt mit drei unterschiedlich großen farbigen Papiersternen sowie einer Amaryllis-Pflanze als Weihnachtsdekoration; die Fensterläden sind geöffnet. (Foto: Martin Frech, 12/2016)
Farbbild (born-digital): Von außen gesehenes Sprossenfenster, geschmückt mit drei unterschiedlich großen farbigen Papiersternen sowie einer Amaryllis-Pflanze als Weihnachtsdekoration; die Fensterläden sind geöffnet. (Foto: Martin Frech, 12/2016)

Ich wün­sche uns fro­he Fest­ta­ge und ei­ne an­ge­neh­me Aus­zeit.

Martin Frech

All­tag im An­th­ro­po­zän I

Schwarzweißbild (Scan des Baryt-Handabzugs): Himmel mit Kondensstreifen, Baumkrone im Vordergrund (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Herbst­tag im An­th­ro­po­zän
Scan von Print # 1583 (Uni­kat, ca. 18 × 24 cm); fo­to­gra­fiert am 12.12.2025 mit dem Pentax SMC Pentax-M 1:2,8 28 mm (Pentax ME F) auf Ilford HP5+, ent­wick­elt in Adox ATM-49. Das Bild ent­stand durch di­rek­tes op­ti­sches Ver­grö­ßern des Ne­ga­tivs auf Fo­ma­brom Va­ri­ant 111 von Foma, das ich in Adox Neu­tol Eco ent­wick­elt ha­be.
Fo­to, Ab­zug und Scan: Mar­tin Frech, 2025
Schwarzweißbild (Scan des Baryt-Handabzugs): Himmel mit Kondensstreifen, Baumkrone im Vordergrund (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Schwarzweißbild auf grünlichem Fomapastel-Papier (Scan des Baryt-Handabzugs): Himmel mit Kondensstreifen, Baumkrone im Vordergrund (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Herbst­tag im An­th­ro­po­zän (Va­ri­an­te)
Scan von Print # 1584 (Uni­kat, ca. 18 × 24 cm); fo­to­gra­fiert am 12.12.2025 mit dem Pentax SMC Pentax-M 1:2,8 28 mm (Pentax ME F) auf Ilford HP5+, ent­wick­elt in Adox ATM-49. Das Bild ent­stand durch di­rek­tes op­ti­sches Ver­grö­ßern des Ne­ga­tivs auf Fo­ma­pas­tel MG 151 (green) von Foma, das ich in Adox Neu­tol Eco ent­wick­elt ha­be.
Die Ar­te­fak­te sind viel­leicht auf Emul­si­ons­feh­ler des Pa­piers zu­rück­zu­füh­ren.
Fo­to, Ab­zug und Scan: Mar­tin Frech, 2025
Schwarzweißbild auf grünlichem Fomapastel-Papier (Scan des Baryt-Handabzugs): Himmel mit Kondensstreifen, Baumkrone im Vordergrund (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Schwarzweißbild auf gelblichem Fomapastel-Papier (Scan des Baryt-Handabzugs): Himmel mit Kondensstreifen, Baumkrone im Vordergrund (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Herbst­tag im An­th­ro­po­zän (Va­ri­an­te)
Scan von Print # 1586 (Uni­kat, ca. 18 × 24 cm); fo­to­gra­fiert am 12.12.2025 mit dem Pentax SMC Pentax-M 1:2,8 28 mm (Pentax ME F) auf Ilford HP5+, ent­wick­elt in Adox ATM-49. Das Bild ent­stand durch di­rek­tes op­ti­sches Ver­grö­ßern des Ne­ga­tivs auf Fo­ma­pas­tel MG 101 (yel­low) von Foma, das ich in Adox Neu­tol Eco ent­wick­elt ha­be.
Fo­to, Ab­zug und Scan: Mar­tin Frech, 2025
Schwarzweißbild auf gelblichem Fomapastel-Papier (Scan des Baryt-Handabzugs): Himmel mit Kondensstreifen, Baumkrone im Vordergrund (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Martin Frech

Amer­i­can 127 Day am Zwei­ten Ad­vent

Ko­dak be­gann 1913, ih­re Roll­film-Va­ri­an­ten zu nu­me­rie­ren, be­gin­nend mit Typ 101 für die »⁠No. 2 Bul­let⁠«-Ka­me­ra. Agfa, Ansco und an­de­re Fir­men pfleg­ten bis un­ge­fähr zur Mit­te des 20. Jahr­hun­derts ei­ne ei­ge­ne No­men­kla­tur. Ei­ne Aus­wahl der heu­te noch in­te­res­san­ten Film-Ty­pen ha­be ich im Kom­pen­di­um zu­sam­men­ge­stellt: Film-Typ xyz (Ko­dak).

Roll­filme des Typs 127 wur­den von Ko­dak mit der Vest-Pock­et-Ka­me­ra 1912 ein­ge­führt und bis 1995 pro­du­ziert; Foto­kemika hielt bis 2012 durch.
Fri­schen Film be­kommt man von Ni­schen­an­bie­tern, die das For­mat noch kon­fek­ti­o­nie­ren, oder man legt selbst Hand an 120er-Roll­filme (z⁠.⁠ ⁠B⁠. mit dem ⁠ ⁠FCK127 von Ca­me­ra­hack???).

Es gibt drei Ta­ge im Jahr, die sich be­son­ders da­für eig­nen, an den Ko­dak Film-Typ 127 zu er­innern: 27. Ja­nu­ar (Win­ter 127 Day), 12. Juli (World 127 Day) und 7. De­zem­ber (Amer­i­can 127 Day). Die Idee ent­stand 2004 im Fo­rum der in­zwi­schen auf­ge­ge­be­nen eng­li­schen Web­site OneTwoSeven.org.uk (vgl. ⁠ ⁠camera-wiki.org/wiki/127_film); ich ha­be mich über die Jah­re immer mal wie­der be­tei­ligt.

Am zwei­ten Ad­vents­sonn­tag (Sun 12/7/2025) war es wie­der so weit:
Ich ha­be mei­ne Yashica 44 A mit ei­nem all die Jah­re gut ge­kühl­ten Efke-Film be­stückt und das An­zün­den der zwei­ten Ker­ze auf un­se­rem Ad­vents­kranz fo­to­gra­fiert:

Schwarzweißbild (Scan des Baryt-Handabzugs): Die zweite Kerze am Adventskranz wird angezündet (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Nun brennt ei­ne wei­te­re Ker­ze.
Scan von Print # 1578 (Uni­kat, ca. 18 × 24 cm); fo­to­gra­fiert am 07.12.2025 mit der Yashica 44 A auf his­to­ri­schen Efke R-100 (de­vel­op be­fore 2008-01), ent­wick­elt in Ro­di­nal. Das Bild ent­stand am sel­ben Tag durch di­rek­tes op­ti­sches Ver­grö­ßern des Ne­ga­tivs auf Foma­tone MG Clas­sic (matt) von Foma, das ich in Adox Ado­tol Kon­stant ent­wick­elt ha­be.
Fo­to, Ab­zug und Scan: Mar­tin Frech, 2025
Schwarzweißbild (Scan des Baryt-Handabzugs): Die zweite Kerze am Adventskranz wird angezündet (Foto: Martin Frech, 12/2025)
Martin Frech

Ama­ryl­lis

Mike ⁠ ⁠frug sich kürz­lich???, ob die Fo­to­gra­fie ih­ren Ze­nit über­schritten ha­be und kommt zu der lau­war­men Er­kennt­nis: »⁠Any­way, as far as peak pho­tog­ra­phy is con­cerned, it’s at least pos­si­ble that it’s past us now.⁠«

In­te­res­sant­er fin­de ich die­se Selbst­be­ob­ach­tung:

But why look at com­put­er cre­a­tions guided in part by AI in­ter­ven­tions? What’s the point if you’re not learn­ing some­thing about the world when you do it? What’s spe­cial about it? I’d rath­er look at art.
Mike C. Johnston, 2025 (ebd.)

Ja, eben. Ge­nau des­we­gen ent­ste­hen mei­ne frei­en Ar­bei­ten aus­schließ­lich emul­si­ons­ba­siert, als Ob­jek­te zum in die Hand neh­men. Di­gi­ta­li­siert wer­den sie nur fürs Pu­bli­zie­ren; ei­ne be­wuss­te Nut­zung von KI schlie­ße ich für mich aus.

Stilleben: Amaryllis in Vase (Scan eines Silbergelatine-Baryt-Handabzugs) (Foto: Martin Frech, 11/2025)
Ama­ryl­lis
Print # 1576 (Uni­kat, ca. 18 × 24 cm); fo­to­gra­fiert am 23.11.2025 mit ei­ner simp­len me­cha­ni­schen Ka­me­ra aus den 1960er-Jah­ren auf Ilford HP5+, ent­wick­elt in Adox ATM 49. Das Bild ent­stand am 02.12.2025 durch di­rek­tes op­ti­sches Ver­grö­ßern des Ne­ga­tivs auf his­to­ri­sches Re­cord-Ra­pid-Baryt­pa­pier von Agfa, das ich in Adox Neu­tol Eco ent­wick­elt ha­be.
Fo­to, Ab­zug und Scan: Mar­tin Frech, 2025
Stilleben: Amaryllis in Vase (Scan eines Silbergelatine-Baryt-Handabzugs) (Foto: Martin Frech, 11/2025)
Jonathan Frech

No­ta­ti­onel­le Zu­gän­ge zur Fa­kul­tät

Produkt der ersten n natürlichen Zahlen

Nicht über die Ma­ße lang, so­wie ver­ständ­lich; die Null mit ins Pro­dukt rein­zu­neh­men wä­re Grem­lin-haft un­sin­nig, da das Un­gleich­ge­wicht zwi­schen der Län­ge des Aus­drucks und der des Aus­drucks kon­stant Null auf­fällt. Dass 0! == 1 ist even­tu­ell un­klar, da hier die Kon­ven­ti­on des lee­ren Pro­dukts ein­fließt.

Öf­ter an­zu­tref­fen ist fol­gen­de Punkt­punkt­punkt-Be­schrei­bung:

n · (n-1) · (n-2) · ... · 1

Oder als an­ge­ris­sene Wert­tab­el­le:

{ 0 |-> 1, 1 |-> 1, 2 |-> 2, 3 |-> 6, 4 |-> 24, ... }

Ge­gen­über der Punkt­punkt­punkt-Kon­ven­ti­on, pas­send wei­ter­zu­zäh­len (sie­he vor­he­ri­gen Aus­druck), kann die El­lip­se hier ohne Ap­pell an die In­tu­i­ti­on der Le­ser­in ver­stan­den wer­den: Falls sich auf ei­ne syn­tax­in­amorphe Aus­drucks­spra­che ge­ei­nigt wer­den kann, kön­nen, auf­grund der Wohl­ord­nung der Men­ge al­ler end­li­chen Wör­ter über end­li­chen (allg. wohl­ge­ord­ne­ten) Al­pha­be­ten, die Punk­te als Re­fe­renz auf ei­ne Kol­mo­go­rof-Kom­ple­xi­tät-mi­ni­mie­ren­de, ta­bel­len­über­ein­stim­mende Im­ple­men­tie­rung ge­sehen wer­den.

Lei­der bin ich mir kei­nes kon­struk­ti­ven – sans uti­li­ser la force brute – Zu­gangs be­wusst, wie man ei­ne obe­re Schran­ke an die Län­ge der Ta­bel­le fin­det – an­ders aus­ge­drückt, ob das le­xi­ko­gra­phi­sche Mi­ni­mum fol­gen­der ⁠ ⁠mi­ni­Kan­ren???-Su­che nicht ir­gend­ei­ne abgespacete Funk­ti­on ist:

((eval (car (sort (run ∞ (f)
    (evalo (list f 0) 1)
    (evalo (list f 1) 1)
    (evalo (list f 2) 2)
    (evalo (list f 3) 6)
    (evalo (list f 4) 24)
    (evalo (list f 5) 120)
    (evalo (list f 6) 720)
    (evalo (list f 7) 5040)
    (evalo (list f 8) 40320)
    ; Ob das ausreicht?
)))) n)

Da aber Fa­kul­tät als end­lich gro­ßer S-Aus­druck de­fi­nier­bar ist, also ein Wort­län­gen-mi­ni­mal­er sol­cher Aus­druck exi­stiert, gibt es für je­den klei­ne­ren (Lamb­da-förmig­en, ›⁠aus­führ­bar­en⁠‹) Aus­druck ei­ne (auf­grund der Wohl­ord­nung) klein­ste Zahl, die Un­gleich­heit auf­zeigt (an­sons­ten wä­re der Aus­gangs­aus­druck nicht mi­ni­mal ge­we­sen). Das Ma­xi­mum all die­ser end­lich vie­len Zeu­gen ist ei­ne obe­re Schran­ke an die mi­ni­mal not­wen­di­ge Wert­ta­bel­len­länge über der die oben be­schrie­be­ne Kol­mo­go­rof-Kom­ple­xi­täts-Mi­ni­mie­rung tat­säch­lich die Fa­kul­tät be­schreibt.

Lei­der ist die mi­ni­Kan­ren-Such­rei­hen­fol­ge (wie sie in der Func­tion­al-Pearl [Byrd­Ballan­tyne­Rosen­blatt­Might2017] via evalo dar­ge­legt ist) nicht ord­nungs­gleich zur le­xi­ko­gra­phi­schen Ord­nung der S-Aus­drü­cke; sie ori­en­tiert sich der­art stark an der tabel­la­risch­en Form, dass sie schlicht man­nig­fal­tige Um­for­mu­lie­rung­en ih­rer her­vor­bringt.

LITERATUR.
  [ByrdBallantyneRosenblattMight2017] William E. Byrd, Michael
    Ballantyne, Gregory Rosenblatt, Matthew Might: "A Unified
    Approach to Solving Seven Programming Problems (Functional
    Pearl)". In: Proceedings of the ACM on Programming
    Languages, Band 1, Ausgabe ICFP. September 2017.
    Online: https://dl.acm.org/doi/10.1145/3110252
      [2025-11-26],
    https://io.livecode.ch/learn/gregr/icfp2017-artifact-
      auas7pp [2025-11-24]

Bloß Pro­sa mit ei­ner va­gen El­lip­se zu er­setz­en, scheint nicht das Wahre. Sich all­ge­mein­be­kannt­er No­ta­ti­on be­dien­end, sind un­un­ein­deu­tigere Zu­gän­ge fass­bar:

\prod_{k=1}^n k
\Gamma(n+1) = \int_0^\infty t^n e^{-t} \,\mathrm{d}t
\mathrm{d}^n\mathrm{id}^n(0)

Eben­so kann die ⁠ ⁠De­ter­mi­nan­te??? der hoch­zähl­end­en Dia­go­nal­ma­trix den Fa­kul­täts­ope­ra­tor ko­dier­en:

{dfns.det((⊢∘.=⊢)⍳⍵)×⍵ ⍵⍴⍳⍵}n ⍝ Dyalog-APL (naiv)

Man be­ach­te, dass ⁠ ⁠Dya­log-APL??? pro­pri­e­tä­re Soft­ware ist, ich also auf ge­wis­ser Ebe­ne von ei­nem abs­trak­ten ›⁠Iver­son­ischem APL⁠‹ re­den will. An­de­rer­seits ste­hen die C++-ISO-Spe­zi­fi­ka­ti­o­nen auch nicht un­ter Open-Ac­cess, und über­dies bin ich all dem »⁠Open-Source⁠«-Ge­schwa­fel ⁠ ⁠über­drüs­sig!???

Wei­ter ge­ben in ⁠ ⁠OEIS A000142??? die Au­to­ren Phi­lippe De­lé­ham (2003-12-15) und Rick L. Shep­herd (2006-02-05) an:

\mathrm{perm}(\mathbb{1}_n)
\#\{K\subseteq\{1,\dots,n\};
          \textrm{$K$ maximale Kette}\}

Be­son­ders der letz­te Aus­druck hebt sich ab von den an­de­ren, da er voll­stän­dig in­ner­halb der Men­gen­leh­re for­mu­liert ist, also kei­ner Kon­ven­ti­onen der Arith­me­tik, Ana­ly­sis oder li­ne­ar­en Al­ge­bra be­darf. Ein an­de­rer sol­cher Aus­druck ist der rein kom­bi­na­to­rische Zu­gang:

\#\{ f: \{1,\dots,n\} \xrightarrow{\sim} \{1,\dots,n\}\}
\#\mathbb{S}_n

De­kla­ra­ti­vi­tät in ge­schlos­sen­er Form bei­sei­te­le­gend, ist Fol­gen­des (in mög­lich­er­weise qua end­stän­di­ger Re­kur­si­vi­tät schlei­fen­haf­ter Form) der Aus­gangs­punkt:

n · (n-1)! ; 0! := 1

Als ⁠ ⁠C++???-(⁠ ⁠Clang???)-Tem­plate-Meta­pro­gram­ming-Be­rech­nung for­mu­liert (⁠ ⁠TIO???):

//Factorial<n>::Boxed
template<int N> struct Factorial {
    static const int Boxed{N * Factorial<N-1>::Boxed}; };
template<> struct Factorial<0> {
    static const int Boxed{1}; };

Oder in der C++-(Clang)-Com­pi­ler-in­ter­nen vir­tu­el­le Ma­schi­ne im­ple­men­tiert (⁠ ⁠TIO???):

//factorial(n)
constexpr long long factorial(long long n) noexcept {
   return n <= 0 ? 1 : n * factorial(n - 1);
}

Man kann den Tail-Call auch hän­disch eli­mi­nie­ren (⁠ ⁠Go-Play­ground???):

//Factorial(n)
func Factorial(n int) (nbang *big.Int) {
	nbang = big.NewInt(1)
	for k := range n {
		nbang = nbang.Mul(nbang,
			big.NewInt(int64(k+1)))
	}
	return
}

Wählt man ei­ne quat­schi­gere Spra­che wie ⁠ ⁠krrp???, kommt fol­gen­der Buch­sta­ben­sa­lat zu­stan­de (⁠ ⁠TIO???):

,^n:?n*n@-n11.n

An der ⁠ ⁠Zpr⁠’⁠(⁠h???-Stdlib-Im­ple­men­tie­rung (ge­schrieben 2020) ge­fällt mir be­son­ders die sym­bo­li­sche De­kon­struk­ti­on der Pe­ano-Ko­die­rung links des Aus­drucks. Stan­dard-Has­kell z⁠.⁠ ⁠B⁠. ver­steht »⁠dec (n+1) = n⁠« nicht. Dass Zpr⁠’⁠(⁠h lese­rich­tungs­agnos­tisch ist und auch rechts­lie­gen­de unä­re Ver­knüp­fung­en wie ›⁠!⁠‹ rechts­lie­gend de­fi­nier­bar macht, ist auch hübsch. »⁠S⁠« steht hier für die Nach­fol­ger­funk­ti­on, »⁠()⁠« re­prä­sen­tiert die Null:

;(n !)
(() !)     |> (S ())
((S .n) !) |> ((S n) * (n !))

Wenn ich schon von ⁠ ⁠Has­kell??? spre­che (⁠ ⁠TIO???):

foldr (*) 1 [1..n]

Ei­ne dem obi­gen Zpr⁠’⁠(⁠h-Frag­ment ähn­li­che­re Set­zung wä­re auch mög­lich, je­doch schlägt der Ar­ray-Lan­guage-An­satz die Brü­cke zu mei­ner neu­en, lan­ge nur von der Zu­schau­er­tri­bü­ne aus be­äug­ten Lie­be, APL (⁠ ⁠TIO???, ⁠ ⁠TryAPL???):

×/⍳n
Martin Frech

Fo­to­gra­fie­ren auf ei­ner Wie­se

Wann sind Sie zu­letzt mit Ih­rem Roads­ter auf ei­ne Wie­se ge­fah­ren,

Schwarzweißfoto: Eine Frau sitzt hinter dem Lenkrad eines Sunbeam Alpine und holt eine Dacora-matic 4D aus dem Handschuhfach. (Foto: StadtA Rt./Näher, 6/1962)
Schwarzweißfoto: Eine Frau sitzt hinter dem Lenkrad eines Sunbeam Alpine und holt eine Dacora-matic 4D aus dem Handschuhfach. (Foto: StadtA Rt./Näher, 6/1962)

ha­ben dort fo­to­gra­fiert

Schwarzweißfoto: Eine Frau sitzt hinter dem Lenkrad eines Sunbeam Alpine und fotografiert. (Foto: StadtA Rt./Näher, 6/1962)
Schwarzweißfoto: Eine Frau sitzt hinter dem Lenkrad eines Sunbeam Alpine und fotografiert. (Foto: StadtA Rt./Näher, 6/1962)

und sich da­rü­ber ge­freut?

Schwarzweißfoto: Eine Frau sitzt mit ihrer Dacora-matic 4D hinter dem Lenkrad eines Sunbeam Alpine und freut sich. (Foto: StadtA Rt./Näher, 6/1962)
Schwarzweißfoto: Eine Frau sitzt mit ihrer Dacora-matic 4D hinter dem Lenkrad eines Sunbeam Alpine und freut sich. (Foto: StadtA Rt./Näher, 6/1962)

Fo­tos: Nä­her???/StadtA Rt.??? S 105/4 Nr. 8801-04, 05, 07 (Ju­ni 1962)

(Roll­film-Ne­ga­tive auf Agfa Iso­pan)
Di­gi­ta­li­sie­rung der Ori­gi­nal­ne­ga­ti­ve: Mar­tin Frech, 11/2025

Martin Frech

Pe­ri­o­di­scher Vor­gang

Schwarzweißfoto [Holga]: angeschnittenes Riesenrad in Untersicht. (Foto: Martin Frech, 5/2021)
Stand­bild ei­nes pe­ri­o­di­schen Vor­gangs (Fo­to: Mar­tin Frech, 5/2021)
Schwarzweißfoto [Holga]: angeschnittenes Riesenrad in Untersicht. (Foto: Martin Frech, 5/2021)

Am sich dre­hen­den Rie­sen­rad ist die Hö­he der Gon­del ein pe­ri­o­di­scher Vor­gang – die­ser kann mit ei­ner Si­nus­funk­ti­on mo­delliert wer­den.

Farbfoto (born-digital): Fußgängerbrücke über Eisenbahngleise. (Foto: Martin Frech, 5/2021)
Si­nus­kur­ven-ähn­li­che Deko im Stadt­bild (Fo­to: Mar­tin Frech, 5/2021)
Farbfoto (born-digital): Fußgängerbrücke über Eisenbahngleise. (Foto: Martin Frech, 5/2021)

Scheint, als hät­te je­mand schon beim Ent­wer­fen der Brü­cke an das Rie­sen­rad ge­dacht.

(Kon­stanz)

Martin Frech

Fo­tos von un­ter­wegs

Ich ha­be ei­nen Sta­pel Ne­ga­tive ab­ge­ar­bei­tet, der sich von Mai bis Sep­tem­ber 2025 ge­bil­det hat­te. Hier bo­ten sich Le­po­rel­los an zur Or­ga­ni­sa­tion der Bil­der als vi­su­el­le Ta­ge­bü­cher.

Aus mei­ner ⁠ ⁠Ein­führ­ung??? in die ⁠ ⁠kom­men­de Aus­stel­lung???:

Aus frü­he­ren Aus­stel­lung­en wis­sen Sie viel­leicht, dass ich eher zu klei­nen Prä­sen­ta­tions­for­ma­ten ten­die­re. So klein wie hier, ha­be ich mei­ne Ab­zü­ge aber wohl noch nie ›⁠ver­grö­ßert⁠‹. Das war ei­ne in­te­r­es­sante Er­fahr­ung: Der Auf­wand im La­bor ist ja ähn­lich wie bei 18/24-Ab­zü­gen. Die den Prints zu­ge­schrie­be­ne ›⁠Wer­tig­keit⁠‹ ist je­doch deut­lich ge­rin­ger – und die ist ja bei 18/24 in­zwi­schen auch nicht mehr hoch.
Gibt es ein Ideal­for­mat? Für mich ist das stim­mungs­ab­hän­gig: 18/24 oder 30/40, oft aber auch 13/18; das hängt da­von ab, was ich mit den Bil­dern ma­che. Ich bin sehr in der Map­pen-, Al­ben- und Buch-Welt ver­haf­tet, dort wirds für mich ab ei­nem Sei­ten­for­mat von ca. A4 schon ha­ke­lig. An der Wand da­ge­gen braucht man schon ein gro­ßes Passe­par­tout, da­mit die klei­nen For­ma­te wir­ken. Ich mag es eben, wenn Fo­to­gra­fien prak­tisch sind.
Mar­tin Frech, 2025
Farbfoto (born-digital): Zwei aufgefächerte Leporellos ›Heimweg‹ sowie ein Karteikästchen mit weiteren Leporellos. (Foto: Martin Frech, 11/2025)
Mei­ne Samm­lung »⁠Fo­tos von un­ter­wegs⁠«, Heim­weg ist auf­ge­fä­chert. (Fo­to: Mar­tin Frech, 11/2025)
Farbfoto (born-digital): Zwei aufgefächerte Leporellos ›Heimweg‹ sowie ein Karteikästchen mit weiteren Leporellos. (Foto: Martin Frech, 11/2025)

Fo­tos von un­ter­wegs:

  • Enz­tal­que­rung
    Bil­der aus ei­nem Stau auf der Auto­bahn A8 (Stutt­gart–Karls­ru­he) an der Bau­stel­le ›⁠Enz­tal­que­rung⁠‹ na­he Pforz­heim; 31.05.2025
    1. Aufl. 2025, 1 Ex.
  • Tri­lo­gie
    • Bal­le­ri­na
    • Kind­heits­hü­gel
    • Fla­neur
    Bil­der von Spa­zier­gäng­en in Ber­lin; 12./13.06.2025
    1. Aufl. 2025, 2 Ex.
  • Theo­dor
    Por­traits; 25.09.2025
    1. Aufl. 2025, 1 Ex.
  • Heim­weg
    Bil­der mei­nes Heim­wegs von Reut­lin­gen nach Tü­bin­gen; 15./16./17.09.2025
    1. Aufl. 2025, 2 Ex.
    aus mei­ner Werk­grup­pe »⁠vom Pen­deln⁠«

Sechs Se­rien aus je neun Schwarz­weiß­fo­tos;
Hand­ab­zü­ge auf Sil­ber­ge­la­ti­ne-Baryt­pa­pier, op­tisch di­rekt ver­grö­ßert von den Ka­me­ra­ne­ga­ti­ven, bild­sil­ber­sta­bi­li­siert;
Bild­for­mat: je 4,8 × 5 cm, rand­los be­schnit­ten;
ein­ge­klebt mit Ne­schen gudy 831 in Hah­ne­müh­le Zig­Zag-books (Aqua­rell­pa­pier, säu­re­frei, 300 g/m2);
For­mat: 5 × 5 cm; 16 Sei­ten (un­pa­gi­niert) zwi­schen zwei be­zo­ge­nen Pap­pen mit Ti­tel­schild­chen; auf­be­wahrt in ei­nem Papp-Kar­tei­käst­chen;
je­weils da­tiert, be­ti­telt, num­me­riert, sig­niert und ge­stem­pelt

Kom­men Sie vor­bei:
Aus­stel­lung »⁠en mi­nia­ture⁠«
7. bis 9. No­vem­ber, Kunst­haus Rhe­na­nia, Köln
⁠ ⁠schaelpic.de/#ausstellung-57

Farbfoto (born-digital): Einladungskarte zur Ausstellung ›en miniature‹ der schaelpic photokunstbar in Köln. (Foto: Tobias D. Kern, 9/2025)
Farbfoto (born-digital): Einladungskarte zur Ausstellung ›en miniature‹ der schaelpic photokunstbar in Köln. (Foto: Tobias D. Kern, 9/2025)
Farbfoto (born-digital): Einladungskarte zur Ausstellung ›en miniature‹ der schaelpic photokunstbar in Köln. (Foto: Tobias D. Kern, 9/2025)
Farbfoto (born-digital): Einladungskarte zur Ausstellung ›en miniature‹ der schaelpic photokunstbar in Köln. (Foto: Tobias D. Kern, 9/2025)
Martin Frech

See­brücke Wu­strow, vor 25 Jah­ren

Mei­ne his­to­ri­sche Auf­nah­me vom 29.10.2000 zeigt die 1992 neu er­rich­te­te See­brücke des Ost­see­bads Wu­strow auf der Halb­in­sel Fisch­land-Darß-Zingst.
Der links ab­ge­bil­de­te Schiffs­an­le­ger wur­de 2012 ab­ge­baut, 2014 wur­de dort ein Leucht­türm­chen er­rich­tet als Er­satz für den 2016 ab­ge­risse­nen al­ten Leucht­turm.

Farbfoto: Panoramablick auf der Seebrücke Ostseebad Wustrow. (Foto: Martin Frech, 10/2000)
Ich ha­be immer ger­ne auf Dia­film fo­to­gra­fiert (hier Ko­dak Ek­ta­chrome E 100 S).
(Fo­to: Mar­tin Frech, 10/2000)
Farbfoto: Panoramablick auf der Seebrücke Ostseebad Wustrow. (Foto: Martin Frech, 10/2000)

In den 1990er-Jah­ren ha­be ich mich in­ten­siv mit di­gi­ta­len in­ter­ak­ti­ven Me­di­en be­schäf­tigt, ins­be­son­de­re in­ter­ak­ti­ve Pa­no­ra­men hat­ten es mir an­ge­tan. Mit Quick­Time VR (QTVR) gab es die Mög­lich­keit, fo­to­gra­fier­te Pa­no­ra­men ele­gant in ent­spre­chen­de An­wen­dun­gen zu in­te­grie­ren. Bald be­schaff­te ich mir die Quick­Time VR Au­thor­ing Tools Suite von Apple (das war ein Pa­ket aus zwei di­cken Ord­nern Do­ku­men­ta­ti­on, ei­ni­gen Dis­ket­ten und ei­nem Don­gle) und ar­bei­te­te als Dienst­leister für Agen­tu­ren.

Das ha­ke­li­ge Auf­neh­men der Ein­zel­bilder und spä­te­re Ver­rech­nen der Scans zu Pa­no­ra­men (sti­chen) fand ich je­doch un­be­frie­di­gend und ha­be mir bald ei­ne spe­ziel­le Pa­no­ra­ma­ka­me­ra an­ge­schafft, die »⁠Round­shot Su­per 220 VR⁠« der Fir­ma Seitz Pho­to­tech­nik – da­mit kann ich zy­lin­dri­sche Pa­no­ra­men kom­plett in ei­ner Auf­nah­me auf Roll­film auf­neh­men, in­dem die ro­tie­ren­de Ka­me­ra das Mo­tiv durch ei­nen Schlitz kon­ti­nu­ier­lich auf den Film be­lich­tet. Dreh­win­kel grö­ßer als 360° sind mög­lich, so­lange der Film reicht (die Län­ge des re­sul­tie­ren­den Ne­ga­tivs oder Dias ist von der Brenn­weite des Auf­nah­me­ob­jek­tivs ab­hän­gig).

Zu mei­nem ganz gro­ßen Be­dau­ern ist Quick­Time VR schon lan­ge Ge­schich­te; Apple hat das nur bis Quick­Time 7 un­ter­stützt.

Schwarzweißfoto: Das Bild zeigt eine Person bei der Arbeit mit der Panoramakamera Seitz Roundshot Super 220 VR. (Foto: Claudia Maas, 10/2000)
Der Su­cher die­ser Ka­me­ra ist seit­lich an­ge­bracht: Der Au­tor bei der Ar­beit mit der Seitz Round­shot.
(Fo­to: Clau­dia Maas, 10/2000)
Schwarzweißfoto: Das Bild zeigt eine Person bei der Arbeit mit der Panoramakamera Seitz Roundshot Super 220 VR. (Foto: Claudia Maas, 10/2000)
Martin Frech

Enz­tal­que­rung (Werk­statt­be­richt)

Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt das Belichten des Fotopapiers unter dem Vergrößerungsapparat bei Rotlicht. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt das Belichten des Fotopapiers unter dem Vergrößerungsapparat bei Rotlicht. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt eine Person beim Beschneiden einer Fotografie. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt eine Person beim Beschneiden einer Fotografie. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt ein teilweise mit Fotos beklebtes Leporello. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt ein teilweise mit Fotos beklebtes Leporello. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt ein mit Fotos beklebtes Leporello. (Foto: Martin Frech, 10/2025)
Farbfoto (born-digital): Das Bild zeigt ein mit Fotos beklebtes Leporello. (Foto: Martin Frech, 10/2025)

Ter­min vor­mer­ken:
Aus­stel­lung »⁠en mi­nia­ture⁠«
7. bis 9. No­vem­ber, Kunst­haus Rhe­na­nia, Köln
⁠ ⁠schaelpic.de/#ausstellung-57

Martin Frech

Auto­bahn

Schwarzweißfoto: Das Bild zeigt die Autobahn A3 und ein Schild mit dem Hinweis auf die Raststätte Medenbach; zwischen den Ausfahrten Niedernhausen und Limburg-Süd. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Schwarzweißfoto: Das Bild zeigt die Autobahn A3 und ein Schild mit dem Hinweis auf die Raststätte Medenbach; zwischen den Ausfahrten Niedernhausen und Limburg-Süd. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Schwarzweißfoto: Das Bild zeigt ein Plakat mit der Aufschrift ›Don't text and drive‹. Im Vordergrund ein Pfosten mit verschiedenen Aufklebern u.a. ›SYNTHESIA ULTRAS 7‹ und ›CONCORDIA‹. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Schwarzweißfoto: Das Bild zeigt ein Plakat mit der Aufschrift ›Don't text and drive‹. Im Vordergrund ein Pfosten mit verschiedenen Aufklebern u.a. ›SYNTHESIA ULTRAS 7‹ und ›CONCORDIA‹. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Schwarzweißbild: Das Bild zeigt einen Grünstreifen mit zwei Kiefern neben einem Autobahnrastplatz. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Schwarzweißbild: Das Bild zeigt einen Grünstreifen mit zwei Kiefern neben einem Autobahnrastplatz. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Print auf Foma Fo­ma­brom Va­ri­ant 111
Print auf Foma Fo­ma­pas­tel MG 101
Schwarzweißbild: Das Bild zeigt einen Grünstreifen mit zwei Kiefern neben einem Autobahnrastplatz. (Foto: Martin Frech, 5/2025)Schwarzweißbild: Das Bild zeigt einen Grünstreifen mit zwei Kiefern neben einem Autobahnrastplatz. (Foto: Martin Frech, 5/2025)
Martin Frech

Con­di­tio hu­ma­na

Schwarzweißfoto: Personen an einer Bushaltestelle in Paris (Foto: StadtA Rt./Dohm, 10/1949)
Schwarzweißfoto: Personen an einer Bushaltestelle in Paris (Foto: StadtA Rt./Dohm, 10/1949)

Die Frau trägt ein Kopf­tuch und ei­nen of­fen­en Man­tel über dem Kleid, ih­re Ar­me sind ver­schränkt. Das Mo­tiv der An­steck­na­del kann ich nicht er­ken­nen. Sie schaut knapp an der Ka­me­ra vor­bei und ist um­ge­ben von wei­te­ren Per­so­nen; alle sind gut ge­klei­det und hal­ten Ab­stand. Ein Mann trägt ei­nen Kof­fer, ein an­de­rer ei­ne Ak­ten­ta­sche. Die Leu­te schei­nen zu war­ten. Die Frau hat ei­ne Hand­ta­sche und hält ein Pa­pier­chen in der lin­ken Hand, auf dem Bo­den lie­gen wei­te­re – Bil­letts? Ist das an ei­ner Bus­halte­stelle? Ich weiß es nicht: Das ist das letz­te Bild auf ei­nem Klein­bild­film mit Mo­ti­ven aus Paris im Stil der street pho­tog­ra­phy.

Ein viel­schich­tig­es Bild: Im Vor­der­grund die Frau vor ei­ner Stre­be, bei­na­he fron­tal als Ganz­por­trait. Die Stre­be ragt hin­ter ihr auf und teilt das Bild in Drit­tel. Links und rechts bil­den zwei Män­ner an­ge­schnit­ten den Bild­rand. Der Mit­tel­grund wird do­mi­niert von wei­te­ren Per­so­nen, die meis­ten von der Ka­me­ra ab­ge­wandt. Im Hin­ter­grund ist un­scharf Stadt­land­schaft zu er­ah­nen: Au­tos, ei­ne Stra­ßen­la­ter­ne und Häu­ser oder Bäu­me im Dunst.

Es sind die Ge­sich­ter, die mich an die­sem Bild fas­zi­nie­ren. Sie wirkt in sich ge­kehrt; ist das ein trau­ri­ger Blick? Nach län­ge­rem Be­trach­ten den­ke ich eher, sie ist mü­de – oder ge­lang­weilt. Dann der Mann rechts mit dem mar­kan­ten Pro­fil, die Zi­ga­ret­te im Mund­win­kel. Sein lin­kes Au­ge ist ver­schat­tet; schaut er sie an? Starrt er ins Lee­re? Wei­ter hin­ten im Bild ste­hen sich zwei Frau­en ge­gen­über, bei­de im Kos­tüm. Sie schei­nen aber nicht mit­ein­an­der zu re­den, schau­en an­ein­an­der vor­bei, aus­drucks­los. Das vier­te Ge­sicht ist das des Man­nes im Hin­ter­grund links; er wirkt kon­zen­triert, ist viel­leicht im Ge­spräch mit der Frau, die ne­ben ihm steht. Kei­ne Fröh­lich­keit, nir­gends.

Das Bild er­innert mich an un­ser Be­dingt­sein, das war 1949 nicht an­ders als heu­te. Viel­leicht soll­ten wir uns das öf­ter deut­lich ma­chen: wie an­ge­wie­sen, zer­brech­lich und be­dürf­tig das mensch­li­che Da­sein ist in sei­ner End­lich­keit – aber auch, wie un­se­re Na­ta­li­tät das Er­zäh­len da­rü­ber erst mög­lich macht. Gu­te Schnapp­schüsse kön­nen das trig­gern.

Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 1061/38

(Das Ni­t­ro­zel­lu­lo­se-Ne­ga­tiv wur­de nach der Si­che­rungs­ver­fil­mung ver­nich­tet.)
Re­pro vom Mi­kro­film: Mar­tin Frech, 10/2025

Martin Frech

Ma­ria Rei­che: Wüs­te statt Par­tys
(Spiel­film, 2025 | Kri­tik)

Mich be­ein­druckt es sehr, wenn je­mand in jun­gen Jah­ren ein The­ma fin­det und das ei­ge­ne Le­ben in der Fol­ge kon­se­quent um die Ar­beit an die­sem The­ma he­rum or­ga­ni­siert. Die 1903 ge­bo­re­ne Ma­ria Rei­che war wohl ei­ne sol­che Per­son. In Dres­den zur Leh­re­rin aus­ge­bil­det (Stu­di­um der Ma­the­ma­tik, Phy­sik und Geo­gra­fie an der dor­ti­gen TH), wan­der­te sie 1932 nach Pe­ru aus, hat dort als Sprach­leh­re­rin ge­ar­bei­tet und auf Um­we­gen zur Ar­chäo­lo­gie ge­fun­den: Ihr Leb­ens­the­ma wur­de die Er­for­schung der Naz­ca-Li­nien, die durch ihr En­ga­ge­ment schließ­lich 1995 Teil des UNESCO-Welt­kul­tur­er­bes wur­den. Die schon zu Leb­zei­ten hoch­ge­ehr­te Ma­ria Rei­che starb 1998 mit 95 Jah­ren in Pe­ru; zum 115. Ge­burts­tag gab es ei­nen Goo­gle-Doo­dle.

⁠ ⁠nasca.geoinformation.htw-dresden.de/linien.htm;
⁠ ⁠googlewatchblog.de/2018/05/maria-reiche-nazca-doodle/

Der Spiel­film »⁠Ma­ria Rei­che: Das Ge­heim­nis der Naz­ca-Li­nien⁠« ist in­spi­riert von die­ser Bio­gra­phie. In schwel­gen­den Bil­dern (Ka­me­ra: Gilles Por­te) zeigt er uns ei­ne hei­le und voll­kom­men ana­lo­ge Welt in den 1930er-Jah­ren, die je­doch mit Au­tos, Te­le­fo­nen, Schreib­ma­schi­nen, Flug­zeu­gen und der Fo­to­gra­fie schon über alle not­wen­di­ge Tech­nik zur Welt­an­eig­nung ver­fügt. Die Fa­schis­men der Zeit sind weit weg auf der an­de­ren Sei­te der Welt und die Ex­pats von dort las­sen es sich gut­ge­hen in Li­ma. Nichts Über­grif­fi­ges weit und breit, nir­gends ein dop­pel­tes Spiel.

Ma­ria Rei­che (De­vrim Ling­nau Is­la­mo­ğlu) reicht das nicht und als sie zu­fäl­lig die im Wes­ten noch weit­ge­hend un­be­kann­ten Geo­gly­phen bei Naz­ca im süd­öst­li­chen Pe­ru sieht, ist es um sie ge­sche­hen: In ei­nem klei­nen Zelt lässt sie sich selbst­los in Nach­bar­schaft ei­ner in­di­ge­nen Fa­mi­lie un­ter ei­nem Man­go­baum nie­der und be­ginnt mit der Si­che­rung und Er­for­schung der his­to­ri­schen Scharr­zeich­nung­en. Sie hat ih­ren Le­bens­in­halt ge­fun­den: »⁠Zum ers­ten Mal in mei­nem Le­ben ha­be ich das Ge­fühl, am rich­ti­gen Ort zu sein. Ich füh­le hier ei­ne tie­fe Ver­bun­den­heit mit mir selbst⁠«. (Neid kommt auf.) Im hel­len Kleid und leich­ten Schu­hen (Wüs­ten­son­ne) ist sie fort­an dort zu­gan­ge und ver­nach­lässigt da­rü­ber so­gar die Be­zie­hung zu ih­rer Freun­din. Schön an­zu­se­hen ist, wie die Haupt­dar­stel­le­rin immer wie­der mit ih­rer Rollei­flex in der le­der­nen Be­reit­schafts­ta­sche un­ter­wegs ist um die Li­nien zu fo­to­gra­fie­ren (Sand? Von Rollei gab es übri­gens ein me­tal­le­nes Tro­pen­ge­häu­se). Wa­rum ha­ben die Au­to­ren ei­gent­lich auf das Nach­stel­len der po­ten­ti­ell spek­ta­ku­lä­ren Sze­ne ver­zich­tet, wie sich die ech­te Ma­ria Rei­che an ei­nem Hub­schrau­ber fest­bin­den ließ, um Luft­auf­nah­men von den Naz­ca-Li­nien an­zu­fer­ti­gen?

Ein Kon­flikt bahnt sich an, als der Groß­grund­be­sit­zer be­ginnt, sich die Wüs­te an­zu­eig­nen. Sei­ne Ar­bei­ter zer­stö­ren beim An­le­gen von Baum­woll­plan­ta­gen (in der Wüs­te, echt jetzt?) Tei­le der ur­al­ten Zeich­nung­en. Ma­ria wird bei ihm vor­stel­lig und trifft ihn auf sei­ner Ha­ci­en­da beim Frei­luft­ba­den in der ori­gi­na­len Wan­ne ei­nes der Piz­za­ros. Die­se bi­zar­re Si­tu­a­ti­on ist ei­ne von nur zwei Sze­nen, in de­nen die ko­lon­ia­le Last des Landes zag­haft an­ge­deu­tet wird; die an­de­re ist der non­cha­lan­te Hin­weis ei­ner In­di­ge­na, die auf Nach­fra­ge von Ma­ria Rei­che nichts zur Be­deu­tung der Li­nien sa­gen kann, da ihr Volk durch die Con­quis­ta von ih­rer Ver­gan­gen­heit ab­ge­schnit­ten sei. Wei­ter im Text. Bald kommt es denn auch ohne Um­we­ge zum glück­li­chen En­de, kei­ne Über­län­ge.

In Echt war die Ge­schich­te wohl kom­pli­zier­ter, klar. Das Team um den Re­gis­seur Da­mien Dor­saz weicht in der Fik­ti­o­na­li­sie­rung teils er­heb­lich von den tat­säch­li­chen Be­ge­ben­hei­ten ab. Ge­schenkt; man kann das ja leicht zu­gäng­lich nach­le­sen. Der Film gibt sich un­spek­ta­ku­lär. Rei­ches Neu­gier und ih­re Be­ses­sen­heit kom­men rü­ber, ih­re wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se wer­den zart an­ge­deu­tet; ein ins­ge­samt bar­ri­e­re­ar­mes Ki­no­ver­gnü­gen. Ich ha­be den Film viel­leicht ge­ra­de des­we­gen ger­ne an­ge­schaut.

In­fos zum Film via IMDb: ⁠ ⁠imdb.com/de/title/tt12349818/

Wei­ter­le­sen:
Da­ria Eva Stan­co: Die Wüs­ten­fe­ger­in. The­lem: Dres­den 2024. ISBN 978-3-95908-314-0

Martin Frech

Ein Ne­ga­tiv, vie­le Far­ben

Fol­gen­des his­to­ri­sche Farb­ne­ga­tiv (Ko­dak Koda­color X) liegt vor:

Farbbild (Negativ): Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
Das Ne­ga­tiv auf der Leucht­platte, di­gi­ta­li­siert mit ei­ner DSLR-Ka­me­ra [A]
Farbbild (Negativ): Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)

Es gibt vie­le Me­tho­den, das Bild aus­zu­ar­bei­ten – je­de er­zeugt ein an­de­res Bild, kei­ne ist ›⁠falsch⁠‹, aber wel­ches ist richt­ig?

Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
In Ado­be Photo­shop: Be­schnei­den | In­ver­tie­ren | Ton­wert­kor­rek­tu­ren in den ein­zel­nen Farb­ka­nä­len | Neu­tral­ton de­fi­nie­ren | leich­te Farb­kor­rek­tur: +R, −M | Sät­ti­gung der Ma­gen­ta­tö­ne re­du­ziert
(so ma­che ich das üb­li­cher­wei­se)
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
In Ado­be Cam­era Raw: Be­schnei­den
in Ado­be Photo­shop: Color­Perfect-Plug­In
(mit die­sem Plug-In ha­be ich auch vie­le gu­te Er­fahr­un­gen ge­macht)
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
In Ado­be Light­room Clas­sic: Be­schnei­den | Neu­tral­ton de­fi­nie­ren | Cine­Still Neg­a­tive+ Con­vert Tools (Pre­set LOG Flat) | Ton­werte au­to­ma­tisch [B']
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)
In Ado­be Cam­era Raw: Be­schnei­den | Neu­tral­ton de­fi­nie­ren
in Ado­be Photo­shop: In­ver­tie­ren | Hel­lig­keits- und Kon­trast­kor­rek­tur [Kon­trast­kor­rek­tur(In­ver­tiert([B]))]
(Dass die­se Me­tho­de ein so ›⁠schö­nes⁠‹ Bild pro­du­ziert, hat mich wirk­lich über­rascht – und zu die­sem Post mo­ti­viert.)
Farbbild: Eine Frau unterschreibt eine Urkunde im Beisein einer Amtsperson. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1967)

Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 8334/06;
Re­pro und Aus­ar­bei­tun­gen: Mar­tin Frech, 9/2025

Color­Perfect: ⁠ ⁠colorperfect.com
Cine­Still Neg­a­tive+ Con­vert Tools: ⁠ ⁠cinestillfilm.com/products/cs-negative-convert-tools

Wei­ter­le­sen:
Péni­chon, Syl­vie: Twen­tieth-Cen­tu­ry Col­or Pho­to­graphs ; Iden­ti­fi­ca­tion and Care. Los An­ge­les, CA: Getty Con­ser­va­tion In­sti­tute. ISBN 978-1-60606-156-5. Dort ins­be­son­de­re das Ka­pi­tel 5: »⁠Dye Cou­pling (or Chro­mo­gen­ic) Pro­cesses⁠«

Ad­den­dum (Jo­na­than Frech, 2025-09-24).
Als Mar­tin da­von schwärm­te, wie schön (wenn auch et­was auf­ge­hübscht-plas­tik­ar­tig) [B'] sei, schmor­ten bei mir Be­den­ken, der Gru­sel-La­den Ado­be hät­te auch in de­ren Pro­dukt Cam­era Raw das Pi­pet­ten­werk­zeug un­lau­ter mit tren­di­gen Da­ten­fäl­schungs­tech­ni­ken auf­ge­motzt. Fol­gen­de Ana­ly­se der Trans­for­ma­ti­on [A] [B] be­ruhigt be­nan­nte Be­den­ken:

Es sei trafo: [A] [B] die men­gen­wer­ti­ge Ab­bil­dung, die im YCbCr-Farb­raum (der dem JPEG-For­mat na­tive Farb­raum) je­dem [A]-YCbCr-Tri­pel (das oran­gene Bild) alle ir­gen­dwo für die­ses Tri­pel vor­kom­men­de [B]-YCbCr-Tri­pel (das hüb­sche Bild, ohne Hel­lig­keits­an­pas­sun­gen, in­ver­tiert) zu­ord­net. Im Fal­le un­lau­ter­er Im­ple­men­tie­run­gen von Ado­bes Sei­te wä­re trafo höchst er­ra­tisch, da auf­grund hö­her­se­man­ti­scher Er­kennt­nis­se Mehr­en­tro­pie aus dem Welt­da­ten­satz ein­ge­speist wor­den wä­re. Dem ist aber nicht so; fol­gen­des Bild [C] vi­su­a­li­siert die Vo­lu­mi­na der Mi­ni­mal­qua­der in der Ziel­menge von trafo (schwarz be­zeich­net das Ein­heits­vo­lu­men, weiß das Ma­xi­mum al­ler auf­tre­ten­den Vo­lu­mi­na):

Visualisierung der Minimalquadervolumina der Differenz eines Orangnegativs und einer Adobe-Camera-Raw-Interpretation dessen. (Foto: Jonathan Frech, 2025)
Da­ten­vi­su­ali­sie­rung [C] (s⁠.⁠ ⁠o⁠.)
Visualisierung der Minimalquadervolumina der Differenz eines Orangnegativs und einer Adobe-Camera-Raw-Interpretation dessen. (Foto: Jonathan Frech, 2025)

Es bil­den sich er­kennt­lich JPEG-Ar­te­fak­te ab und hoch­vo­lu­mi­ge Qua­der kor­re­lie­ren nicht mit hö­her­se­man­ti­schen Struk­tu­ren wie z⁠.⁠ ⁠B⁠. Ge­sich­tern oder Per­so­nen.
Zu­dem sind Rea­li­sa­tio­nen {(x,y)~Unif(trafo([A](x,y)))} [B''] (hier nicht ab­ge­bil­det) nicht von­ein­an­der un­ter­scheid­bar (i⁠.⁠ ⁠a⁠.⁠ ⁠W⁠.: die Qua­der sind alle­samt sehr klein).

Da­ten­vi­su­ali­sie­rung selbst durch­füh­ren (Quell­text ist ⁠ ⁠EUPL???-li­zen­siert; Im­ple­men­tie­rungs­spra­che ist ⁠ ⁠Go???):

go install www.medienfrech.de/foto/NzF/2025-09-24/cmd/ycbr_multimap_codomain_volumes@v1.0.0

export PATH="$PATH":"${GOBIN:-${GOPATH:-$HOME/go}/bin}"
ycbr_multimap_codomain_volumes -h
Martin Frech

Tschüß, Rem­jet

Schon in­te­r­es­sant: Seit Jah­ren wird wie­der an Farb­film ge­ar­bei­tet; und ich mei­ne nicht die My­ri­a­den von Re­spoo­lern. Ilford bas­telt am ›⁠Phoenix⁠‹, Adox am ›⁠Col­or Mis­sion⁠‹ und Filmo­tec am ›⁠Wol­fen⁠‹. Kei­ner von de­nen kriegt so richt­ig was hin, alle ver­kau­fen ih­re Be­ta­ver­si­on­en – Ma­te­ri­al, das frü­her höchs­tens in Hin­ter­zim­mern ge­zeigt wor­den wä­re. Wenn wir Ko­dak nicht hät­ten (und Chi­na Lucky, de­ren neu­er, im Juli of­fi­zi­ell vor­ge­stell­ter, ›⁠Lucky 200⁠‹ wohl auch ein kor­rek­ter Film ist) …

Ohne groß da­rü­ber zu re­den, hat Ko­dak in den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren mit enorm­em Auf­wand das Vision3-Ma­te­ri­al über­ar­bei­tet und gründ­lich tes­ten las­sen; da­mit sind sie jetzt fer­tig. Das neue Ma­te­ri­al wur­de an­ge­kün­digt, ist ver­füg­bar und soll auf­nah­me­sei­tig in allen Be­lan­gen kom­pa­ti­bel mit den bis­he­ri­gen Vision3-Va­ri­an­ten sein (des­we­gen auch kein neu­er Na­me) – ei­ne tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung. So soll das sein.

Die Än­de­rung gilt für alle For­ma­te, von Su­per-8- bis 65 mm-Film, und ist schlicht spek­ta­kul­är: Es gibt kei­ne Rem­jet-Schicht mehr.

Schema: Schichtaufbau des alten und neuen Vision3-Materials von Kodak.
⁠ ⁠kodak.com/en/motion/page/ahu-announcement/
Schema: Schichtaufbau des alten und neuen Vision3-Materials von Kodak.

Al­les wich­ti­ge steht hier: ⁠ ⁠Kodak Vi­sion3 AHU Cam­era Neg­a­tive Films ; Talking points for Film­mak­ers???

Für La­bor­kun­den ist der Über­gang also trans­pa­rent, aber für Selbst­ver­arbei­ter sind das wun­der­bare Neu­ig­kei­ten – ist doch das Ent­fer­nen der Ruß­schicht ei­ne echt läs­ti­ge An­ge­le­gen­heit. Und die Cross­ent­wick­lung um­ge­roll­ter Short-Ends in C-41 ist nun ein Kin­der­spiel. Wer al­ler­dings ger­ne das Bleich­bad über­brückt, hat ein Prob­lem we­gen des Sil­bers in der neu­en Licht­hof­schutz­schicht. Da das ja gar nicht so sel­ten ge­macht wird, bin ich ge­spannt, was es da für ei­ne Lö­sung gibt; im o⁠.⁠ ⁠a⁠. Do­ku­ment hält sich Ko­dak je­den­falls be­deckt: Please speak with your lab or Kodak rep­re­sen­ta­tive if you’re in­ter­est­ed in al­ter­na­tive pro­cess­ing.

Stellt sich die Fra­ge, wie lan­ge die La­bo­re noch tra­di­ti­o­nel­le ECN-2-Ent­wick­lung in­klu­si­ve Ab­rubb­eln des Rem­jets an­bie­ten. Ich den­ke, es ist ei­ne gu­te Idee, die Kühl­truhen zu lee­ren. Und wer mit ver­chrom­ten An­druck­plat­ten bis­her schon Licht­hof-Prob­leme mit ›⁠Dou­ble-X⁠‹ hat, muss mit­tel­fris­tig viel­leicht über ei­nen Um­bau der Ka­me­ra nach­den­ken.

In­te­r­es­sant wird, wie es mit Cine­still wei­ter­geht. Wenn de­ren Ma­te­ri­al plötz­lich ei­ne Licht­hof­schutz­schicht hat, kann man ja gleich das ›⁠rich­ti­ge⁠‹ Fo­to-Film­ma­te­ri­al kau­fen.

Martin Frech

TOP – The Off­line Pho­tog­ra­pher

Der wich­tigs­te blog für Fo­to­gra­fie ist down. Mike C. Johnstons ›⁠The On­line Pho­tog­ra­pher⁠‹ (theonlinephotographer.typepad.com) wur­de der Ste­cker ge­zo­gen: Type­pad hat sei­nem Kun­den nach 17 Jah­ren am 27. Au­gust mit­ge­teilt, dass der Dienst zum 30. Sep­tem­ber ein­ge­stel­lt wird und sei­ne Tex­te in den Or­kus rau­schen. Das wä­re ein her­ber Ver­lust – er schreibt: In 17 years I had writ­ten some five mil­lion words, the equiv­a­lent in length to 50 novels – there were 9.300+ posts, and readers had left more than 300.000 comm­ents – many of them er­u­dite, in­formed, and con­tain­ing stories, ex­pe­ri­ences, and ex­per­tise you could find no­where else. (⁠ ⁠gofundme.com/f/the-online-photographer-would-like-to-relaunch)

Screenshot: von ›The Online Photographer‹ zu ›The Offline Photographer‹ verballhornte Titelleiste
Screenshot: von ›The Online Photographer‹ zu ›The Offline Photographer‹ verballhornte Titelleiste

Für Mike ist das bit­ter, sichert ihm der blog doch sein fi­nan­zi­ell­es Aus­kom­men. Er hat sich kurz ge­är­gert, dass er nicht längst die Platt­form ge­wech­selt hat – im Ge­spräch ist das schon seit Jah­ren und das Ar­bei­ten mit Type­pad war wohl immer mal ha­ke­lig – und kam dann schnell ins Tun. Er sicher­te sich erst­mal sei­ne In­hal­te lo­kal und schrieb neue Bei­trä­ge; hof­fent­lich be­kommt er zu­sätz­lich ei­nen sau­be­ren Ex­port der Mas­ter-Type­pad-Da­ten in ⁠ ⁠de­ren pro­pri­e­tär­em For­mat???.

Screenshot: ›Just in case my e-mail gets somehow lost in the noise: I wrote you an e-mail about my ideas how to archive TOP. Posted by: Jonathan Frech | Sunday, 31 August 2025 at 06:18 PM‹
Screenshot: ›Just in case my e-mail gets somehow lost in the noise: I wrote you an e-mail about my ideas how to archive TOP. Posted by: Jonathan Frech | Sunday, 31 August 2025 at 06:18 PM‹

Die So­fort­hil­fe mei­nes ⁠ ⁠Soh­nes??? hat Mike je­den­falls nicht an­ge­nom­men.

Un­er­war­tet war ›⁠The On­line Pho­tog­ra­pher⁠‹ ab 4. Sep­tem­ber nicht mehr er­reich­bar – man weiß nicht, wa­rum (viel­leicht Über­last­ung der Ser­ver, weil die Kun­den mas­siv ih­ren Con­tent ab­schlau­chen, viel­leicht Ig­no­ranz oder Un­acht­sam­keit der Type­pad-Tech­ni­ker).

Ab und zu ist der blog noch er­reich­bar; wer noch et­was nach­le­sen möch­te, soll­te also hin­ter­her sein.

Mikes Plan ist nun, sich ei­nen Word­Press-blog bas­teln zu las­sen, fi­nan­ziert durch treue Le­ser­innen über ei­nen Ad-hoc-Fund­rai­ser. Wenn al­les klappt, soll­te ›⁠The On­line Pho­tog­ra­pher⁠‹ (Ver. 3.0) bald über ⁠ ⁠theonlinephotographer.com er­reich­bar sein.

Kommt bald: ›The Online Photographer‹ in Version 3.0 (Screenshot)
Der Re­launch deu­tet sich an.
Kommt bald: ›The Online Photographer‹ in Version 3.0 (Screenshot)
Martin Frech

100 Jah­re Lei­ca: 100 Jah­re Klein­bild­fo­to­gra­fie

Das Stadt­archiv Reut­lin­gen er­innert der­zeit mit ei­ner klei­nen Vi­tri­nen­aus­stel­lung an die Er­fin­dung der Klein­bild­fo­to­gra­fie vor 100 Jah­ren.

1925 brach­te die Fir­ma Leitz mit der »⁠Lei­ca⁠« (Leitz-Cam­era) ih­re ers­te Fo­to­ka­me­ra auf den Markt und er­fand da­mit das Klein­bild­for­mat, das den mo­der­nen Bild­jour­na­lis­mus er­mög­lich­te und so die Fo­to­ge­schich­te nach­hal­tig präg­te.

Farbfoto, Nachtaufnahme: Schaufensterfront Fotohaus Dohm, Wilhelmstr. 1, Reutlingen. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1963)
Fo­to Dohm, Wil­helm­stra­ße, Reut­lin­gen (1963)
Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 10044/2
Farbfoto, Nachtaufnahme: Schaufensterfront Fotohaus Dohm, Wilhelmstr. 1, Reutlingen. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1963)

Auch die Fo­to­gra­fin­nen und Fo­to­gra­fen der ehe­ma­li­gen Reut­ling­er Fo­to­häu­ser Dohm und Nä­her, de­ren Bild­be­stän­de das Stadt­archiv ver­wahrt, do­ku­men­tier­ten das Stadt­le­ben auf Klein­bild­film. Zu­dem wur­den in bei­den Fo­to­ge­schäf­ten Lei­ca-Ka­me­ras ver­kauft.

Schwarzweißbild: Ein Fotograf steht auf einer Leiter und lässt sich von seine Assistentin eine Kamera reichen. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1956)
Pe­ter Dohm wählt ei­ne Lei­ca, um den Um­zug des Kin­der­fests in der un­te­ren Wil­helm­stra­ße zu fo­to­gra­fie­ren (1956)
Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.???S 105/5 Nr. 3878/38
Schwarzweißbild: Ein Fotograf steht auf einer Leiter und lässt sich von seine Assistentin eine Kamera reichen. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1956)

Die Aus­stel­lung zeigt zum ei­nen fo­to­gra­fie­ren­de Mit­ar­bei­ter­innen und Mit­ar­bei­ter von Dohm und Nä­her in sel­ten­en Be­hind the scenes-Fo­tos aus den 1940er- und 1950er-Jah­ren. Zum an­de­ren be­le­gen Schnapp­schüsse, dass die Lei­ca auch bei pri­va­ten Aus­flü­gen der Fa­mi­lie Dohm da­bei war – ganz im Sin­ne ih­res Er­fin­ders Oskar Barnack (1879⁠–⁠1936), der die Lei­ca ur­sprüng­lich für sich selbst zum Mit­neh­men auf sei­ne Wan­de­rung­en ent­wor­fen hat.

Schwarzweißfoto: Fotografinnen und Fotografen bei der Arbeit. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1949)
Un­be­kan­nte Fo­to­gra­fin do­ku­men­tiert 1949 das Stadt­ring­ren­nen in Tü­bin­gen mit ei­ner Lei­ca.
Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 883/32
Schwarzweißfoto: Fotografinnen und Fotografen bei der Arbeit. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 1949)

Die Vi­tri­ne ist wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Rat­haus­es zu­gäng­lich.
2025-12-08: Ich ha­be die Aus­stel­lung ab­ge­baut.

Wei­ter­füh­ren­der tech­nik­his­to­ri­scher Text zur frü­hen Lei­ca-Ge­schich­te: ⁠ ⁠100 Jah­re Lei­ca | 100 Jah­re Klein­bild­fo­to­gra­fie???

Martin Frech

Frau von hin­ten

Schwarzweißfoto: Frau steht mit dem Rücken zur Kamera am Wasser. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 9/1946)
am Was­ser (Sep­tem­ber 1946)
Schwarzweißfoto: Frau steht mit dem Rücken zur Kamera am Wasser. (Foto: StadtA Rt./Dohm, 9/1946)

Wohl am frü­hen Abend auf­ge­nom­men, viel­leicht des Lichts we­gen, viel­leicht hat es sich auch erst dann er­ge­ben. Was er­gab sich noch? Mus­ste Ano­ny­mi­tät ge­wahrt wer­den, um ih­re Iden­ti­tät und Pri­vat­sphä­re zu schüt­zen? Will sie nicht fo­to­gra­fiert wer­den und hat sich weg­ge­dreht? Hat der Fo­to­graf an den Mönch ge­dacht? Ist es ei­ne Mo­de­fo­to­gra­fie? So vie­le und noch mehr Mög­lich­keiten, das Bild zu deu­ten.

Un­er­gründ­lich, die Per­son. Wir Vo­yeu­re be­ob­ach­ten sie beim be­ob­ach­ten. Es gibt ja die Idee, wir könn­ten aus ei­nem fo­to­gra­fier­ten Ge­sicht et­was über die ab­ge­bil­de­te Per­son er­fah­ren. Hm, … doch wohl eher et­was über uns und un­se­re Pro­jek­tio­nen. So je­den­falls muss ich mir ihr Ge­sicht vor­stel­len – da­mit fängt es an, schnell er­gibt sich da­raus ei­ne Ge­schich­te.

Aus mei­ner Sicht war es je­den­falls ei­ne gu­te Ent­schei­dung des Fo­to­gra­fen, die­se Po­se auf­zu­neh­men. Es gibt auf dem­sel­ben Film zwar auch ein zu­ge­wandtes Por­trait von ihr am sel­ben Ufer. Für ihn als Er­in­ne­rungs­bild viel­leicht wert­vol­ler – für mich aber ist die­se Rü­cken­an­sicht kanpp 80 Jah­re spä­ter we­sent­lich span­nen­der.

Fo­to: Dohm???/StadtA Rt.??? S 105/5 Nr. 459/12

Martin Frech

Schau­en wir uns doch mal von au­ßen an

Das Zeit­ma­ga­zin (Nr. 34 vom 09.08.2025) hat sich Bharat Sikka ge­gönnt und ihn fo­to­gra­fierend acht Ta­ge lang durch Deutsch­land rei­sen las­sen, mit As­sis­tent und Pro­du­ce­rin. Die Idee war, den »⁠Be­su­cher aus ei­nem an­de­ren Teil der Welt⁠« un­ser Land »⁠von au­ßen⁠« be­trach­ten zu las­sen. Pub­li­ziert un­ter dem hoch­tra­ben­den Ti­tel Wie die Welt auf Deutsch­land blickt.

Sikka hat sich im In­ter­view sehr nett zu Deutsch­land ge­äu­ßert (im Sin­ne von: Ras­sis­mus, wo soll der sein?) und ent­spre­chend ei­ne wohl­wol­len­de Fo­to­stre­cke ab­ge­lie­fert (Deutsch­land sei »⁠sehr fo­to­gen⁠«). Sein Road­trip hat ihn in ei­nem Bo­gen von Ber­lin durch den äu­ßers­ten Os­ten (ja, er kam auch durch Son­nen­berg – und hat dort ei­ne Auf­nah­me des An­dro­me­da­ne­bels ab­fo­to­gra­fiert) und Fran­ken nach Frank­furt/M. ge­führt. Sieht ganz so aus, als müs­se ›⁠Die Welt⁠‹ noch ein paar Rei­sen ma­chen, um auf Deutsch­land zu bli­cken.

Farbfoto (born-digital) einer handschriftlichen Skizze: Umriss Deutschlands mit eingezeichneter Route von Berlin nach Frankfurt/M. (Foto: Martin Frech, 8/2025)
Die un­ge­fäh­re Rei­se­rou­te. Das Team ist al­ler­dings wohl noch wei­ter süd­lich ge­we­sen, wie das Bild ei­ner Scheu­er zeigt.
Skiz­ze und Fo­to: Mar­tin Frech, 08/2025
Farbfoto (born-digital) einer handschriftlichen Skizze: Umriss Deutschlands mit eingezeichneter Route von Berlin nach Frankfurt/M. (Foto: Martin Frech, 8/2025)

Wir se­hen die be­währ­te Mi­schung aus ar­ran­gier­ten Por­traits von Tie­ren und Men­schen (wie Mo­de­fo­to­gra­fie, ger­ne von Leu­ten mit sicht­ba­rem Ein­wan­de­rer-Hin­ter­grund oder mit aus­ge­fal­le­nen Hobbys), sku­ril an­mu­ten­den Mo­ti­ven, In­te­ri­eurs so­wie be­tont do­ku­men­ta­ri­schen An­sich­ten, die­se dann zur Ab­wechs­lung in grau.

Schön an­zu­schau­en, ge­wiss; Ir­ri­ta­tio­nen kom­men kei­ne auf, die se­man­ti­schen In­dif­fe­ren­zen der Fo­tos wer­den durch die do­ku­men­tie­ren­den Bild­un­ter­schrif­ten so­fort in die rich­ti­gen Bah­nen ge­lenkt – und die den Fo­tos feh­len­den Orts­be­zü­ge prompt nach­ge­reicht. Den Rest müs­sen wir rein­pro­ji­zie­ren.

Die Re­dak­ti­on schreibt, er hät­te ›⁠poe­ti­sche All­tags­mo­men­te⁠‹ ent­deckt; ach so?

Wei­ter­le­sen:
Wie­gand, Tho­mas: Deutsch­land im Fo­to­buch ; 287 Fo­to­bü­cher zum The­ma Deutsch­land aus der Zeit von 1915 bis 2009. Hg. von Man­fred Hei­ting. Göt­tin­gen: Steidl, 2011. ISBN 978-3-86930-249-2

Martin Frech

Der Bru­ta­list (Spiel­film, 2024 | Kri­tik)

Ein Film über ei­ne fik­ti­ve Fa­mi­lie, die den NS und de­ren Ver­nich­tungs­la­ger über­lebt hat; ent­spre­chend be­schä­digt: Sie, schwer­kran­ke Jour­na­lis­tin im Roll­stuhl, er, nun dro­gen­ab­hän­gi­ger Ar­chi­tekt, so­wie die Zieh­toch­ter, die jun­ge, jah­re­lang stumme Nich­te. Ein Neu­an­fang in den USA wird ver­sucht, in Penn­syl­va­nia (Louis Kahn!). Aber schon die Frei­heits­sta­tue steht Kopf, bei den Ost­küs­ten-WASP sind die Ju­den auch nicht ge­wollt. Ei­ne ka­pi­ta­lis­ti­sche, ras­sis­ti­sche Klas­sen­ge­sell­schaft eben (»⁠Wir dul­den Sie⁠«) – es ist klar: wer das Geld hat, hat das Sa­gen und darf sich al­les er­lau­ben. Allen vo­ran der ver­ge­wal­ti­gen­de Bau­herr und sein Sohn – Bru­ta­lis­ten, die sich aus­ge­rech­net ein Kul­tur­zen­trum mit Ka­pel­le bau­en las­sen; es wird Frag­ment blei­ben. So­li­da­ri­tät gibt es nur un­ter den Be­sitz­lo­sen (al­lein­er­zie­hen­der schwar­zer Va­ter, wo­zu steht der ei­gent­lich in so vie­len Bil­dern rum) in der Sup­pen­kü­che – un­nö­tig holz­schnitt­ar­tig.

Wa­rum aber der an­ge­deu­te­te ›⁠ei­gent­li­che⁠‹ Bru­ta­lis­mus im Film? Ich weiß es nicht. Da ist der Ar­chi­tekt, der sein Trau­ma künst­le­risch fasst: Der Grund­riss der Zel­le von Bu­chen­wald dient als Ras­ter­maß für das Kul­tur­zen­trum, Düs­ter­nis al­lent­hal­ben. Ja, ir­gend­wie passt das schon. Denn: Reicht die Ver­wen­dung von Be­ton, da­mit ein Ge­bäu­de ›⁠bru­ta­lis­tisch⁠‹ ist? Im wei­te­ren Sin­ne viel­leicht; zu­rück­ge­hend auf Le Cor­bu­si­ers Nach­kriegs­schaf­fen (Uni­té d'Ha­bi­ta­tion/Mar­seille). Aber ei­gent­lich soll­te dem Ge­bäu­de schon ein ide­ell­er An­spruch zu Grun­de lie­gen und der Be­ton dann das fol­ge­rich­ti­ge ›⁠au­then­ti­sche⁠‹ Ma­te­ri­al sein, ger­ne kom­bi­niert mit Stahl und Glas. Wer­den dann noch mas­si­ve Vo­lu­mi­na rau, struk­tu­rell ehr­lich und skulp­tu­ral ent­wor­fen und auf zu­sätz­li­che Far­be ver­zich­tet, um­so bes­ser (die Smith­son). Wer jetzt ›⁠Bau­haus⁠‹ denkt: Ja, auch das war ein Wen­de­punkt im 20. Jahr­hun­dert und auch dort war so­zia­les En­ga­ge­ment wich­tig, die Ma­te­ri­a­li­tät und die For­men wa­ren je­doch zu­rück­hal­tend, ele­gant. Der Film zeigt den Ge­gen­satz ja auch sehr schön: Licht und Leich­tig­keit im ganz­heit­lich mi­ni­ma­lis­ti­schen Kon­zept nach mensch­li­chem Maß­stab (die Pri­vat­bi­blio­thek mit an­ge­deu­te­ter Breuer-Lie­ge) vs. Be­ton­mas­se mit sicht­ba­ren Scha­lungs­struk­tu­ren: der Bru­ta­lis­mus der ra­di­ka­len Be­ton­mons­ter der Wohl­fahrts­staa­ten (das her­me­ti­sche Van-Buren-In­sti­tut, das sei­nen Bau­herrn auch noch schluckt).

Den­noch: Kein Film über Ar­chi­tek­tur; der Ent­wurfs­pro­zess und das Rin­gen um Kom­pro­mis­se/Bud­get­fra­gen wer­den nur an­ge­deu­tet (ein­sa­mes lei­den­des Ge­nie), eben­so die Aus­füh­rung. Viel­mehr: Ein be­rüh­ren­der Film, der an Hand in­ti­mer Si­tu­a­ti­onen zeigt, wie zer­stö­re­risch nicht the­ra­pier­te Trau­ma­ta wir­ken. Die Dar­stel­ler­ïnnen spie­len be­ängs­ti­gend gut in ei­nem tol­len De­sign, das in epi­schen Bil­dern ge­zeigt wird, be­glei­tet von ex­qui­si­ter Mu­sik. Ob­wohl es spät wur­de: zu lang war mir der Film ge­wiss nicht.

Aber: Mus­ste der kon­tra­fak­ti­sche Epi­log sein, der KI-ge­stützt zeigt, wie bru­ta­lis­ti­sche Ar­chi­tek­tur auf der Bi­en­na­le 1980 in Ve­ne­dig zu ei­ner Zeit ge­fei­ert wird, als der ›⁠ech­te⁠‹ Bru­ta­lis­mus erst­mal am En­de war? Tat­säch­lich stand die 1. In­ter­na­ti­o­na­le Ar­chi­tek­tur-Bi­en­na­le Ve­ne­dig 1980 un­ter dem Mot­to »⁠La pre­sen­za del pas­sa­to⁠« und fei­er­te die Post­mo­der­ne, die ja ge­ra­de iro­nisch auf das stren­ge Ent­wer­fen re­agier­te: ver­spielt, bunt, ek­lek­ti­zis­tisch. Das hat gar nicht ge­passt für mich.

Wenn Sie sich für die Ar­chi­tek­tur des Bru­ta­lis­mus in­te­res­sier­ten: Las­sen Sie sich bit­te nicht von die­sem Film in die Irre füh­ren; schau­en Sie erst­mal auf ⁠ ⁠#SOSBRUTALISM??? [2025-08-13] und Sie wer­den se­hen.

In­fos zum Film via IMDb: ⁠ ⁠imdb.com/de/title/tt8999762/ [2025-08-13]