Einladung: Wir feiern 200 Jahre Fotografie
Zinn, Asphalt, Lavendelöl und Terpentin waren die Zutaten, die Sonne lieferte die Energie: Vor etwa 200 Jahren gelang Nicéphore Niépce (1765–1833) eine Heliographie, die heute als die erste Fotografie der Welt gilt: »Der Blick aus dem Fenster in Le Gras« zeigt die Aussicht aus einem Fenster seines Hauses im Burgund.
[↱ Infos von der besitzenden Institutiona]

Das durch glückliche Umstände erhalten gebliebene Unikat ist eine Wegmarke der Menschheitsgeschichte: Niépce’ quasi-alchemistische Versuche zeitigten die epochale Erfindung der Fotografie, die wir mit einer Ausstellung in der schaelpic in Köln feiern werden. Wir haben 24 Fotografinnen und Fotografen eingeladen, rein analog eine von dieser ›ersten Fotografie‹ inspirierte Arbeit anzufertigen:
Wir laden Dich dazu ein, einen Beitrag für unsere Ausstellung anzufertigen, indem Du Dich von Niépce’ Testaufnahme inspirieren lässt: Die ›erste Fotografie‹ dient Dir als Grundrauschen bei der Anfertigung einer Fotoarbeit als Beitrag zu unserer Ausstellung. Sei es das Motiv oder die Komposition, die Technik oder das Material, die Umstände der Entstehung oder die historische Bedeutung – was immer Dich reizt, zeig es uns.
Die einzige nicht verhandelbare Bedingung ist, dass Dein Beitrag von Anfang bis Ende ausschließlich analog produziert wurde. (aus unserer Einladung)
Uns ist wichtig, die grundlegenden fototechnischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts im Kontext der späteren Erfindungen zu reflektieren: Eine analoge Fotografie resultiert aus direkten kontinuierlichen physikalisch-chemischen Prozessen im Austausch mit und kausal abhängig von der Welt. Im digitalfotografischen Prozess, der ›Fotografie nach der Fotografie‹, ist die Abbildung das Resultat diskretisierter analoger Weltsignale, immerhin. Bildgeneratoren über Large-Language-Models, deren Weltwissen selbst bloß auf Bildern und deren Output auf rein sprachlichen Beschreibungen basieren, hingegen generieren Faksimiles erwarteter Erfahrungen.
Wir wollen mit unserer Ausstellung nachdrücklich daran erinnern, wie wichtig es ist, Fotografien trennscharf von generativ erzeugten Bildern zu unterscheiden und deutlich machen, was die Menschheit mit der traditionellen Fotografie verlieren würde.
Matinée am Sonntag, 30. August 2026 ab 12 Uhr
Einführung: Martin Frech; anschließend Künstlergespräche und Diskussion
Ausstellungsdauer:
30. August bis 16. Oktober 2026
Öffnungszeiten und Besuch:
Nach telefonischer Vereinbarung unter 0172.6338831
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln-Mülheim
↱ schaelpic.

(Foto: Tobias D. Kern, 8/2014)
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