Filmentwickler regenerieren
Entwickler verbraucht sich während des Entwickelns. Entwickelt man nur ab und zu einen Film, verwendet man daher sicherheitshalber für jeden Film einen Ansatz mit frischem Entwickler. Hat man in relativ kurzer Zeit zehn bis 15 Filme zu entwickeln, ist es praktikabel, denselben Ansatz zu verwenden (z. B. 1 l Kodak Xtol) und ab dem sechsten und dem elften Film die Entwicklungszeiten nach Herstellerangabe zu verlängern (bei Xtol wären das jeweils +15 %).
In ↱ meinen Kursena werden pro Semester viele Filme entwickelt und ich muss kosteneffizient arbeiten. Früher habe ich Kodak HC-110 verwendet, dessen Flexibilität für meine Zwecke perfekt ist – wenn nur die Inhaltsstoffe umweltverträglicher wären. Also bin ich auf Adox XT-3 umgestiegen, einen leicht veränderten Nachbau des Kodak Xtol. Die Eigenschaften sollen denen des Originals entsprechen (Fotoimpex verlinkt im Online-Shop sogar das original Kodak-Datenblatt). Ich habe das nicht messtechnisch geprüft, bin aber zufrieden mit dem Entwickler.
Das Pulver für 5 l XT-3 kostet zur Zeit 17 €, unsere Kaiser-Entwicklungsdosen brauchen 375 ml für einen Kleinbildfilm. Verwende ich XT-3 1:1 verdünnt mit Wasser, kann ich damit nur ungefähr 25 Filme entwickeln (= 68 Cent/
Während des Entwickelns werden Entwicklersubstanzen verbraucht, der pH-Wert der Lösung ändert sich und diese wird mit Halogeniden aus der Emulsion verunreinigt; zudem reduziert sich das Volumen durch Badverschleppung. Damit der gebrauchte Entwickler beim nächsten Film dieselben Ergebnisse liefert, können diese Effekte durch Regenerieren ausgeglichen und die Halogenide verdünnt werden. Ausgehend von einem frischen Entwickler stellt sich idealerweise nach einigen Regenerierdurchgängen (oder man verwendet einen ›Starter‹) ein Gleichgewicht ein – der Entwickler ist vollständig ›gereift‹ (engl. seasoned). Die Entwicklungszeit im regenerierten Entwickler ist etwas länger als in einer frischen Lösung. Ohne Kontrollstreifen und Densitometer kann die konstante Wirkung der regenerierten Lösung jedoch nur angenähert visuell geprüft werden.

Viele Entwickler können regeneriert werden, üblicherweise ist dazu jedoch eine spezielle Regenerierlösung nötig (z. B. DK-25R für D-23). Praktisch an Xtol ist, dass man den Entwickler mit sich selbst regenerieren kann. Dazu werden pro entwickeltem 36-Bild-Kleinbildfilm-Flächenäquivalent (516 mm2) 70 ml frischer Entwickler nachgefüllt. Klassischerweise würde man das System neu aufsetzen, wenn so viel Regenerator genutzt wurde, wie ursprünglich Entwickler angesetzt wurde.
Streng genommen ist das allerdings kein Regenerieren, da die genutzte Lösung nicht in ihren Originalzustand zurückversetzt wird (wie beim ›echten‹ Regenerieren des Bleichbads im C-41-Farbprozess); im Englischen wird daher auch zwischen Regeneration und Replenishment unterschieden. Nachfüllen/

(Foto: Martin Frech, 6/2026)
Weiterlesen:
- Ilford FP4 Process Control Strips & Film Process Control. Firmenschrift Harman. 2010. Online: ↱ ilfordphoto.
com/ wp/ wp- content/ uploads/ 2024/ 02/ FPC- user- manual. pdf - Kodak Xtol Entwickler. Firmenschrift Kodak. o. D. [1989]. Online: ↱ fotoimpex.
de/ shop/ images/ products/ media/ 66981_ 4_ PDF- Datenblatt. pdf - Mutter, Edwin: Die Technik der Negativ- und Positivverfahren. Wien: Springer, 1955. (= Die wissenschaftliche und angewandte Photographie; 5)
- »Replenishment«, in: Encyclopedia of Practical Photography, Bd. 12, Garden City (NY): 1978, S. 2138 ff
| a | https:// |