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Notizen zur Fotografie

Neu im Kameralager: Agfa Parat-I

Kürzlich bin ich wieder einmal dem Gear Acquisition Syndrome erlegen und habe mein Kameralager um eine gebrauchte Agfa Parat-I ergänzt (technische Daten siehe Tab. 1).

© Martin Frech: Agfa Parat-I mit Blitz isi

© Martin Frech: Agfa Parat-I mit Blitz isi

Die Kamera ist in einem guten Zustand, fast wie neu. Als Zubehör mitgeliefert wurden das Blitzgerät Agfa isi sowie eine lederne Bereitschaftstasche. Das Blitzgerät verfügt über einen Mittenkontakt, ein Anschluß für ein Synchronkabel ist jedoch nicht vorhanden. Im Blitzgerät befand sich noch eine angejahrte, jedoch noch dichte Trockenbatterie vom Typ Varta 74 (15 Volt); Blitzbirnchen waren leider nicht dabei.

Die etwa 40 Jahre alte Parat-I benötigt keine Batterie, funktioniert prächtig und ist ausreichend lichtdicht. Ungewohnt – aber dem Halbformat geschuldet – ist, dass man mit der üblichen Kamerahaltung Photos im Hochformat aufnimmt. Blende und Verschlußzeiten werden über Schieber, nicht wie üblich über Drehringe eingestellt.

Der Auslöser befindet sich neben dem Objektiv an der Vorderseite der Kamera und ist ebenfalls als Schieber ausgeführt. Das Auslösen benötigt dadurch relativ viel Kraft. Etwas unhandlich ist dieser Mechanismus, wenn man die Kamera für Aufnahmen im Querformat hochkant hält.

Freunde kreisrunder Blendenöffnungen kommen nicht auf ihre Kosten: Die viereckige Blende wird nur aus vier Lamellen gebildet. Das Bokeh ist mir jedoch nicht als unschön oder gar störend aufgefallen.

Der Zeitenbereich mag im Einzelfall zu eng sein, war für mich bisher jedoch ausreichend. Ich empfehle jedoch, mit Negativfilm zu arbeiten (ideal ist der Ilford XP2, dann kann man den Belichtungsmesser zu Hause lassen). Stativgewinde und B-Einstellung machen die Kamera zudem uneingeschränkt nachttauglich.

Mit ungefähr 72 Aufnahmen pro Film, einem Minox-Stativ-tauglichen Gewicht, dem geringen Packmaß sowie der praxisgerechten Nahgrenze hat sich die Parat-I für mich als Immer-dabei-Kamera bewährt und teilt sich diese Aufgabe zur Zeit mit der Yashica T5 und der Minox 35 GT.

© Martin Frech: Berlin (April 2007)

© Martin Frech: Berlin (April 2007)

Tab. 1: Technische Daten der Agfa Parat-I

Agfa Parat-I
Typ Sucherkamera
Filmformat/
Negativformat
Kleinbild/
Halbformat (18 mm × 24 mm)
Objektiv Color Apotar 1:2,8/30 mm
(entspricht 43 mm bei KB)
3 Linsen, vergütet
Blende 2,8 bis 22
Nahgrenze: 90 cm
Filtergewinde
Fokusierung manuell, Rasten und Symbole für Portrait, Gruppe und Landschaft sowie eine Entfernungsskala
Belichtungsmesser --
Verschluß Agfa Paratic
Zeiten: B, 1/30 s, 1/60 , 1/125 s
Anschluß für Drahtauslöser vorhanden
Selbstauslöser --
Blitzkontakt Mittenkontakt im Zubehörschuh (X-Synchro­nisation)
Filmtransport manuell, Schnellschalthebel
Filmzählwerk rückwärtszählend, Anfang einstellbar
Stativgewinde 1/4 Zoll
Maße/
Gewicht
ca. 105 mm × 70 mm × 50 mm (B × H × T)/
ca. 320 g (mit Film, ohne Zubehör)
Hersteller/
Produktionszeit
AGFA-Camerawerke, München/
1963 bis 1968

Zitierempfehlung:
Frech, Martin: Neu im Kameralager: Agfa Parat-I. In: Notizen zur Fotografie, 2007-04-09. Online: http://www.medienfrech.de/foto/NzF/2007-04-09/Agfa_Parat-I.html [Abrufdatum]