© 2017 Martin Frech

Editionen: Zur Frage der Auflagenhöhe und -begrenzung

Meine Aufnahmen entstehen meist auf klassischen (emulsionsbasierten) Schwarzweiss- oder Color-Filmen. Nach der Filmentwicklung erhalte ich Negative (Dias nutze ich nur noch selten). Diese originalen Kameranegative kopiere ich optisch auf Fotopapier ('Vergrößern') und erhalte so positive Schwarzweiss- oder Farbbilder. Diesen Prozess kann ich beliebig oft wiederholen; vorausgesetzt ich arbeite sorgfältig, nutzen sich die Negative dabei nicht ab.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Druckgraphik, bei der sich die Druckvorlage mit dem Drucken abnutzt. Somit unterscheiden sich die ersten Drucke qualitativ von den späteren. Daher werden die Drucke in der Druckreihenfolge numeriert, zudem wird meist die Gesamtauflage angegeben.

Beim Ausarbeiten eines Negativs zum positiven Bild habe ich viele Möglichkeiten, Einfluss auf das Bildergebnis zu nehmen. Zwei Vergrößerungen vom selben Negativ können daher völlig verschieden aussehen, das hat jedoch nichts mit der Anzahl der Abzüge zu tun.

Ich finde es daher widersinnig, Fotografie-Editionen künstlich zu verknappen, indem ich eine Obergrenze für die Zahl der Vergrößerungen eines Negativs festlege. Außerdem würde ich mir damit zum einen die Möglichkeit nehmen, flexibel auf die Nachfrage nach Abzügen zu reagieren. Zum anderen hätte ich keine Chance, ein Negativ zu einem späteren Zeitpunkt neu zu interpretieren.

Bei meiner traditionellen handwerklichen Arbeitsweise sind weder digitale Daten, noch Computer oder Drucker im Spiel. Jede einzelne meiner Vergrößerungen ist, bedingt durch den handwerklich-analogen Prozess, ein Unikat, das sich -- wenn auch geringfügig -- von den anderen Vergrößerungen des selben Negativs unterscheidet. Seit Herbst 2011 numeriere ich jede meiner Vergrößerungen fortlaufend.

Dennoch sind meine Prints in ihrer Anzahl limitiert. Wenn ich ein Negativ ausarbeite, fertige ich eine bestimmte Menge Abzüge an; in der Regel zwischen drei und fünf. Ich nenne das eine Auflage.
Für maximale Transparenz unterscheide ich nicht zwischen Ausstellungsprints, Editionsprints, Eigenexemplaren (AP, EA, HC, PP) u.ä.

Jeder Print einer Auflage ist als Objekt verso ausführlich dokumentiert. Dort finden Sie: lfd. Nummer des Prints, Nummer in der Auflage, Gesamtzahl der Prints in der Auflage, das Print-Datum, meine Signatur und meinen Stempelabdruck.
Zusätzlich notiert sind Bild- und Serientitel (inkl. Aufnahmedatum) mit ggf. weiteren Angaben sowie technische Informationen zum verwendeten Fotopapier und dessen chemischer Bearbeitung, die wichtig sind für den sachgerechten Umgang mit dem Fotoabzug.

Martin Frech, letzte Änderung: 30.05.2017